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Nutzer mieten vom Reißbrett

2019 wird jeder fünfte Quadratmeter Bürofläche in Deutschlands Big 7 vor Fertigstellung vermietet.

Der Trend stabilisiert sich. Nutzer mieten Büroflächen vermehrt vom Reißbrett. „2019 wird jeder fünfte Quadratmeter Bürofläche in Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München, Deutschlands Big 7 also, vor Fertigstellung des Gebäudes vermietet“, prognostiziert Helge Scheunemann, Head of Research JLL Germany. Scheunemann weiter: „Grund dafür ist die seit einigen Jahren zu beobachtende Verknappung bei modernen und gut ausgestatteten Büroflächen in den deutschen Immobilienhochburgen. Der Engpass veranlasst immer mehr Unternehmen, Vermietungsverträge in noch nicht fertiggestellten Projekten zu unterschreiben. Nur so lassen sich häufig Umzugs- oder Expansionspläne realisieren.“

Die Vorvermietungen summieren sich im laufenden Jahr voraussichtlich auf 750.000 Quadratmetern: Bei einem erwarteten Gesamtumsatz von 3,25 Mio. Quadratmeter entsprechend immerhin 20 Prozent und damit rund 5 Prozent unter dem bisherigen Vorvermietungsrekord von 850.000 Quadratmetern 2018, aber dutlich über dem Zehnjahresschnitt (2008-2017: 463.000 Quadratmeter). 2017 wurden nur 16 Prozent, im Jahr davor lediglich 14 Prozent vorvermietet. „2019 wird damit das zweitbeste Jahr in der deutschen Vorvermietungsstatistik“, so Scheunemann.

Scheunemann weiter: „Viele Unternehmen suchen und entscheiden sich sehr frühzeitig: Im Schnitt der letzten drei Jahre wurden 60 Prozent aller Vorvermietungen mit einer Vorlaufzeit von ein bis drei Jahren bis hin zur kompletten Fertigstellung des Gebäudes getätigt. Die restlichen 40 Prozent mussten nach Vertragsunterschrift lediglich bis zu zwölf Monate auf die Fertigstellung warten.“

„Unsere Analyse zeigt, dass die in den letzten Jahren gestiegene Anzahl an Projektentwicklungen von den Nutzern positiv aufgenommen wird. Die Bereitschaft, sich attraktive Flächen frühzeitig zu sichern, ist vorhanden und bietet Projektentwicklern zusätzliche Planungssicherheit und eine gute Position bei Verhandlungen mit Banken oder Investoren“, so Scheunemann abschließend.

18.06.2019