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"Nur ein Zwischenschritt bis zur Mipim"

15 Hamburger Unternehmensvertreter wollten nach München fahren. Wie geht eine Wirtschaftsförderung mit der Expo-Absage um?

Andreas Köpke
Andreas Köpke, Hamburg Invest (Bild: privat)

Sie standen mit ihrem Gepäck zur Abfahrt bereit, als sie die Meldung erreichte: Die Expo Real ist abgesagt. 15 Vertreter von Hamburger Unternehmen und Wirtschaftsförderung mussten am vergangenen Montag ihre Koffer wieder auspacken. Über die Folgen und Alternativen sprach immobilienmanager mit Andreas Köpke, Leitung Marketing und Kommunikation von Hamburg Invest.

Im Gegensatz zu anderen Messeteilnehmern wollte man aus Hamburg persönlich anreisen. Warum?

Andreas Köpke: Wir wollten ein Zeichen setzen, dass wir Messen brauchen, und auch Solidarität mit der Messe München zeigen.

Wie ist Ihre Meinung zur Absage?

Angesichts der Infektionszahlen war eine persönliche Präsenz nicht mehr möglich, das muss man so nehmen, wie es ist. Aber digital hätte man sicherlich mehr machen können.

Zur Paris Real Estate Week im September durften keine Vertreter aus Hamburg anreisen, aber der Stand dort war trotzdem besetzt – mit Mitarbeitern des Pariser Goethe-Instituts, die aus Hamburg stammen. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Das hat ziemlich gut geklappt. Unsere Projektmanager waren per Video zugeschaltet und konnten Gespräche führen.

Welche Alternativen zu den Messen sehen Sie für die Hamburger Immobilienbranche?

Alle wollen auf Messen, um dort Geschäftspartner zu treffen. Man muss sich in die Augen sehen können, die Körpersprache spielt eine Rolle, auch die Atmosphäre ist wichtig. Darauf kann man ein Jahr oder anderthalb verzichten, aber nicht länger. Die Gemeinschaftsstände sind nicht nur wichtig für den Kontakt zu Partnern von außerhalb. Dort werden auch Geschäfte unter Hamburgern gemacht, weil alle anwesend sind. Wenn man eine Finanzierung braucht oder ein Bauunternehmen, dann geht das auf dem kurzen Weg.

Und was ist mit Immobilienmessen nur für den Norden?

Es gab die Real Estate North, aber sie hat sich nicht gut entwickelt, denn es kamen kaum Besucher aus anderen Regionen oder dem Ausland. Wir denken über Formate nach, bei denen sich die Hamburger treffen können. Aber solche Begegnungsformate können nur ein Zwischenschritt sein bis zum Juni, wenn man hoffentlich wieder zur Mipim nach Cannes kann.

Das Gespräch führte Roswitha Loibl, Senior Management immobilienmanager.

16.10.2020