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Zahlen zum Markt der Logistik- und Industrieimmobilien

Während das Beratungsunternehmen Industrialport und das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) einen neuen Preisindex für Industrieimmobilien vorgestellt haben, legen die German Property Parnters aktuelle Zahlen zum Markt vor.

Möglichst innenstadtnahe Lager-, Logistik- und Produktionsflächen werden hierzulande knapp und teuer – trotz großer Kapazitäten: Die Gesamtfläche aller deutschen Hallen für Lager, Logistik und Produktion liegt bei rund 600 Millionen Quadratmetern. Das hat er erstmals vorgestellte Industrieimmobilien-Index (IWIP) vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und dem Beratungsunternehmen Industrialport nun ermittelt. Für den Index wurden Daten von rund 11.500 Immobilien mit 100 Millionen Quadratmetern Hallenfläche für den Zeitraum 2012 bis 2017 ausgewertet.

GPP-Logistik-Vermietungen

Auch das Netzwerk der German Property Partners (GPP) hat den Markt untersucht. Demnach ist in den deutschen Top-Industrie- und Logistikimmobilienmärkten Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München der Flächenumsatz 2017 auf insgesamt rund drei Millionen Quadratmeter gestiegen. Er lag damit fünf Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres.

Laut IWIP sind die Mieten in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen: von durchschnittlich 2,81 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2012 auf 3,75 Euro im abgelaufenen Jahr – ein Plus von 33 Prozent. Dabei gibt es jedoch Unterschiede, je nachdem, wie die Fläche genutzt wird. Beheizte Logistikhallen sind besonders teuer: die Durchschnittsmiete lag 2017 bei 4,05 Euro je Quadratmeter. Dagegen sind reine Lagerhallen sowie Produktionshallen mit 3,65 oder 3,53 Euro günstiger. „Die deutliche Steigerung bei den Durchschnittsmieten für Logistikhallen liegt auch daran, dass es in diesem Segment keine Mietpreisbremse gibt, die Branche Logistik boomt, die Nachfrage sehr hoch, das Angebot überschaubar und die Kostenentwicklung überdurchschnittlich ist,“ erklärt Peter Salostowitz, Geschäftsführer von Industrialport.

Mieten steigen weiter
„Im Jahr 2018 rechnen wir mit steigenden Mieten bei Logistik- und Industrieimmobilien“, kommentiert Guido Nabben, Sprecher von GPP. Auch im Umland der sieben Top-Standorte, allen voran Hamburg und München, waren im Jahr 2017 geeignete Flächen für Hallenneubauten knapp. „Darüber hinaus mangelt es an Projektentwicklungen, um dem Flächenbedarf der Unternehmen gerecht werden zu können“, so Nabben weiter

GPP-Logistik-Investments

Im Investment-Markt führte der Mangel an Bauland in den Gewerbe- und Industriegebieten zu deutlich steigenden Grundstückspreisen. Sowohl im Stadtgebiet als auch im Umland der sieben Top-Märkte stiegen diese laut GPP mehrheitlich um eine Prozentzahl im zweistelligen Bereich. Darüber hinaus sorgten 2017 in der Logistik-Branche mehrere deutschlandweite Portfolio-Transaktionen für zahlreiche Eigentümerwechsel mit hohen Transaktionsvolumina.

Der neu entwickelte Preisindex (IWIP), in dem neben der Miete auch spezifische Qualitätsmerkmale der Immobilie – unter anderem Lage, Ausstattung, Heizung, Tore – berücksichtigt werden, bestätigt diesen Befund. Industrieimmobilien werden nach Lager-, Logistik- und Produktionsflächen differenziert. „Der Index zeigt erstmals einheitlich und systematisch die rasante preisliche Entwicklung in diesem wichtigen wirtschaftlichen Segment auf“, sagt IW-Wissenschaftler Ralph Henger. Generell gilt: Je näher eine Halle an der Innenstadt, desto höher die Mieten. „Investoren müssen die Vor- und Nachteile der Standorte abwägen. In der Stadt ist der Platz teuer, auf dem Land fehlen unter Umständen die Fachkräfte“, erläutert Henger.

22.02.2018