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Köln: 145 Meter hoher Turm in Riehl geplant

Die DEVK Versicherung will eine neue Unternehmenszentrale auf dem Grundstück des Zooparkhauses errichten. Jetzt wurden die ersten Entwürfe des bis zu 145 Meter hohen Bauvorhabens gezeigt.

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Die ersten Entwürfe der neuen DEVK-Zentrale. Noch befindet sich das Vorhaben in seinen Anfängen, ein Bebauungsplan liegt noch nicht vor. (Bild: DEVK)

Das geplante Gebäude soll laut der DEVK primär den dringenden Bedarf an zusätzlichen neuen Arbeitsplätzen für das Unternehmen ermöglichen und erlauben, die in Köln sehr verteilten Aktivitäten an einem Ort zu bündeln. Aktuell seien bis zu 500 Mitarbeitende nicht in der aktuellen Zentrale in der Riehler Straße 190 angesiedelt.

Des Weiteren sei ein Nutzungsmix aus Wohnungen, weiteren Büroeinheiten, Einzelhandel, Gastronomie, Kita, Ausstellungs- und Eventflächen sowie Konferenzräumen vorgesehen. Durch die Schaffung von Nahversorgungseinrichtungen soll auch das Umfeld von der Neubaumaßnahme profitieren. Diesbezüglich sei der Stadtteil Riehl derzeit unterversorgt.

Die ersten Studien sehen an Stelle des heutigen Zooparkhauses die Errichtung eines Hochhauses vor, bestehend aus einem sechsgeschossigen Sockel in der Höhe der aktuellen Zentrale mit vier Untergeschossen als Tiefgarage. Die Planung dieses Teils soll in Händen der DEVK bleiben und nicht für einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden.
Der darüber herausragende, 145 Meter hohe Turm soll über 40 Etagen verfügen. Zum Vergleich: Das höchste Haus der Stadt ist der Kölnturm im Mediapark mit einer Höhe von rund 148 Metern. Der Kölner Dom ist 157 Meter hoch, der Fernsehturm Colonius ragt 266 Meter in den Himmel.

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Visualisierung des Sockel-Innenteils. (Bild: DEVK)

Neben den Büros für die Versicherung sollen auch Flächen für externe Unternehmen sowie Wohneinheiten entstehen. Rund 49.000 Quadratmeter BGF sollen neu generiert werden. Die aktuelle Bestandsfläche umfasst 48.000 Quadratmeter. Das in zwei Bauabschnitten in den 1980er und 1990er Jahren erstellte Bestandsgebäude der DEVK-Zentrale muss altersbedingt saniert werden. In diesem Zuge soll das Gebäude auf den Stand der aktuellen energetischen Anforderungen gebracht werden.

Für das Ensemble wird eine hohe DGNB-Zertifizierung angestrebt – eine genaue Zertifizierung kann erst benannt werden, wenn die Baupläne konkret sind. Die DEVK plant für den Neubau aktuell mit Kosten von etwa 250 Millionen Euro – sofern der Turm bis zu einer Höhe von 145 Metern gebaut werden darf. Die Sanierung des Bestands wird mit 50 Millionen Euro kalkuliert.

Die Kölner Versicherung hofft auf die Erteilung einer Baugenehmigung innerhalb der nächsten drei Jahre und rechnet mit weiteren drei Jahren für Sanierung und Neubau.

Kölns Baudezernent Markus Greitemann teilte allerdings mit, dass diese Zeitplanung nicht aufgehen dürfte. Zunächst einmal entwickelt die Stadt ein neues Höhenentwicklungskonzept, das ausführlich von der Politik beraten und von einer Bürgerbeteiligung begleitet wird. Erst nach einem entsprechenden Ratsbeschluss, so Greitemann, werde man sehen, ob das geplante Hochhaus in das Konzept passt.

Und noch eine Hürde gibt es: Das Zooparkhaus gehört der Stadt. Die Versicherung möchte es kaufen und steht in Verhandlungen mit der Stadt.

18.02.2021