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Keine Vermietungsflaute in Sicht

Auf den Bürovermietungsmärkten in Deutschland sind Mietanstiege und Leerstandsrückgänge weiter üblich. Die wichtigsten Ergebnisse und die Pipeline der nächsten beiden Jahre.

Auf den sechs großen deutschen Bürovermietungsmärkten war von einer schwächelnden Konjunktur oder einer gar drohenden Rezession im ersten Halbjahr 2019 nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil: „Alle Märkte zeigten sich äußerst robust und waren von hohen Flächenumsätzen, steigenden Mieten und sinkenden Leerständen gekennzeichnet“, berichtet Panajotis Aspiotis, Managing Director und verantwortlich für Agency Germany bei Savills.

Besonders dynamisch zeigten sich die Märkte in Hamburg und Düsseldorf, wo das Flächenumsatzplus mit Werten von 46 und 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum am höchsten ausfiel. In Summe der Top-6-Märkte legte der Flächenumsatz um sieben Prozent auf 1,75 Millionen Quadratmeter zu. Aspiotis beurteilt die Marktlage wie folgt: „Ein Nachfrageeinbruch ist derzeit nicht abzusehen – vielmehr können bei Weitem nicht alle Flächengesuche der Unternehmen bedient werden.“

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BNPPRE markierte mit knapp zwei Millionen Quadratmetern Vermietungsumsatz gar einen Allzeitrekord. „Wie gut das Resultat ist, zeigt sich auch daran, dass der zehnjährige Schnitt um stolze 26 Prozent getoppt wurde“, erläutert Riza Demirci, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Head of National Office Advisory.

Wolfgang Speer, Head of Office & Occupier Services bei Colliers International, über seine Erwartungen an den Markt: „Einem Anstieg des Leerstandes, den wir ab 2020 erwarten, sollten wir daher gelassen entgegensehen. Trotz der zurzeit sehr regen Bautätigkeit befindet sich der Markt aufgrund des Verhältnisses von hoher Nachfrage und geringen Leerständen in einem krisenrobusten Modus. Es werden keine strukturellen Leerstände aufgebaut.“

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Das boomende Segment der Coworking-Anbieter hat sich Cushman & Wakefield genauer angesehen: Anbieter flexibler Bürokonzepte bauten demnach ihre Marktpräsenz in den Top-4-Märkten im ersten Halbjahr 2019 weiter aus und schlossen neue Verträge für insgesamt 68.700 Quadratmeter ab. Berlin und Frankfurt standen mit 37.000 Quadratmetern und 16.300 Quadratmetern dabei besonders im Fokus. Ein nicht unerheblicher Teil der insgesamt in den Top-4-Märkten registrierten 22 neuen Abschlüsse betraf Flächen unter 1.000 Quadratmetern.

cw

04.07.2019