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Kategorie Stadtentwicklung 2020

Der immobilienmanager-Award in der Kategorie Stadtentwicklung geht in diesem Jahr nach Bremen! Die WFB Wirtschaftsförderung Bremen wird für das Megaprojekt "Überseestadt" ausgezeichnet.

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Der immobilienmanager-Award 2020 für die herausragendste Stadtentwicklung geht nach Bremen an die WFB für den neuen Stadtteil "Überseestadt". (Bild: immobilienmanager / Axel Schulten)

.Als in der Hansestadt die Idee reifte, den Stückguthafen mit dreieinhalb Millionen Tonnen Sand zuzuschütten, stellten die Pläne ein äußerst mutiges Vorhaben gegen den Zeitgeist dar. Vielerorts schätzte man zu dieser Zeit gerade die exponierten Wasserlagen als besonders wertvoll für die zukünftige Entwicklung und Gestaltung der Städte. In Bremen hingegen sollte das Wasser weichen, um Platz zu machen für eines der größten städtebaulichen Projekte in Europa: die „Überseestadt“. Mittlerweile sind die Skeptiker von einst verstummt und auf einer Fläche von rund 300 Hektar ist ein breit aufgestellter Nutzungsmix aus Dienstleistung, Bürobetrieb, Gewerbe, Hafenwirtschaft sowie Logistik, Freizeit, Gastronomie, Kultur und Wohnen entstanden. Die Überseestadt Bremen hat sich zu einem belebten und beliebten „Standort der Möglichkeiten“ entwickelt.

Bei der Planung und Umsetzung lag eine besonders große Herausforderung in der Verbindung von alt eingesessenen und neuen Nutzungen. Das bei derartigen Entwicklungsvorhaben häufig schwierig zu vereinende Nebeneinander von Gewerbe und Wohnen gelang in Bremen besonders gut. Zudem konnten viele denkmalgeschützte Gebäude modernisiert werden – wie zum Beispiel der 400 Meter lange „Speicher XI“, der als Initialzündung für die Hafenrevitalisierung diente. Seit 2003 ist in ihm die Bremer Hochschule für Künste angesiedelt. Der hohe Anteil öffentlicher Nutzungen wie etwa das Hafenmuseum, das Infocenter Überseestadt, ein Designerzentrum sowie etliche Gastronomiebetriebe und Kultureinrichtungen sorgte von Anfang an für lebendiges Treiben. Dies überzeugte weitere Investoren vom Standort. Auf rund 41 Hektar Fläche entstand so das Quartier „Überseeinsel“ – inzwischen ein Musterbeispiel für den Erfolg der gesamten Überseestadt. Über den kompletten Entwicklungszeitraum – von 1998 bis 2025 – werden etwa 350 Millionen Euro öffentlicher Gelder und schätzungsweise rund zwei Milliarden Euro privates Kapital am Standort investiert.

Die Überseestadt Bremen ist ein neuer Ortsteil mit Hafenflair, zentral in der Hansestadt gelegen: Vom Bremer Dom sind es nur knapp zwei Kilometer, die auf der Flaniermeile „Schlachte“ entlang der Weser zurückgelegt werden können. Durch ein Verkehrskonzept, mit neuen Verbindungsstraßen und der Anbindung einer neuen Straßenbahnlinie schafften die Planer fließende Übergänge zu angrenzenden Quartieren der Stadt. Schon heute arbeiten in der Überseestadt Bremen mehr als 16.000 Menschen in über 1.000 Unternehmen. Bis zum Jahr 2030 soll die Überseestadt außerdem rund 6.300 Bremern Raum zum Wohnen bieten.

Für die Jury ein absolut herausragendes Stadtentwicklungsprojekt, das das enorme Potenzial des alten Hafengeländes erkannt und gehoben hat. Ein erfolgreiches wie mutiges Großprojekt, das mit seinem Nutzungsmix in den Medien bereits als “Wunder an der Weser” tituliert wurde.

27.02.2020