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Kategorie Stadtentwicklung 2019

Mit dem Wiederaufbau des Dresdener Neumarktes hat sich über mehrere Jahrzehnte ein Stadtentwicklungsprojekt entfaltet, das zum einen in seiner baulichen Umsetzung und zum anderen in seinem planerischen Prozess absolut herausragend ist.

Für die Jury ist der Wiederaufbau und die Rekonstruktion rund um den Neumarkt in Dresden das beste Stadtentwicklungsprojekt und Preisträger des immobilienmanager-Award 2019 (Foto: Axel Schulten/immobilienmanager.de)
Für die Jury ist der Wiederaufbau und die Rekonstruktion rund um den Neumarkt in Dresden das beste Stadtentwicklungsprojekt und Preisträger des immobilienmanager-Award 2019 (Foto: Axel Schulten/immobilienmanager.de)

Mit dem großangelegten Stadtentwicklungsprojekt in zentraler Lage verbindet Dresden Altes mit Neuem und Vergangenheit mit Zukunft. Trotz architektonischer Einzelprojekte ist das Ergebnis ein gefasster Stadtraum von dem sowohl Stadtbewohner wie auch Besucher profitieren. Den Bürgerinnen und Bürgern von Dresden hat es außerdem ein neues Selbstverständnis für Planungsprozesse gebracht.

Am Neumarkt Dresden ist mit hoher Präzision der historische Stadtgrundriss mit den entsprechenden Straßen und Plätzen entstanden. Dadurch sind die alten Raumfolgen heute wieder für alle erlebbar. Eine Mischung von rekonstruierten historischen und neuen Fassaden steht dabei in einer interessanten Spannung zueinander.

Getragen wird dieses Ergebnis durch alle Beteiligten: Fachleute aus Politik, Verwaltung, Stadtplanung, Denkmalpflege, Kulturgeschichte, Architektur und Baukultur, Interessensgemeinschaften und Bürgern. Der Wiederaufbau ist nicht nur ein Ergebnis in Stein, der Neumarkt ist auch eine gemeinsame Erfahrung, begleitet von einer langen Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und dem Ringen um eine gemeinsame Zukunft.

Im Rückblick ist herausragend, dass sich Dresden einen eigenen Weg erarbeitet hat, um den Wiederaufbau seines historischen Stadtzentrums möglichst nah am Bestand vor der Zerstörung zu verwirklichen. Entstanden ist ein Gemeinschaftswerk von Verwaltung, Bauherren und engagierter Öffentlichkeit. So hatten die Bürger 2010 die Möglichkeit vier Wochen lang in der ersten „Dresdner Debatte“ zur Stadtentwicklung am Neumarkt zu diskutieren. Dieses Format wurde speziell entwickelt, auch als ein Beitrag zur Kultur des argumentativen Austausches auf Augenhöhe. Auch der Neubau des Gewandhauses wurde in ähnlicher Form diskutiert. Der Prozess der partizipativen Stadtgestaltung in Dresden hat nicht zuletzt durch das Engagement für den Neumarkt einen entscheidenden Impuls erhalten und prägt seitdem das Selbstverständnis der Bürger in Planungsprozessen.

Die Quartiere am Neumarkt sind, trotz ihrer Verwandtschaft mit vielen europäischen Städten, nicht austauschbar. Sie sind einmalig im Zusammenspiel der Rekonstruktionen mit den neu gestalteten Quartiersabschnitten.

21.02.2019