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Kanada: Immobilienmarkt reagiert auf höheren Leitzins

Der Leitzins in Kanada kletterte Mitte Juli auf 0,75 Prozent. Am Immobilienmarkt war ein Effekt vor allem in der Region Toronto deutlich spürbar.

Im Großraum Toronto werden weniger Wohnungen verkauft (Foto: Chris McPhee/CC BY 2.0)
Im Großraum Toronto werden weniger Wohnungen verkauft (Foto: Chris McPhee/CC BY 2.0)

Mitte Juli erhöhte die Bank of Canada den Leitzins auf 0,75 Prozent – die erste Zinserhöhung seit sieben Jahren. Die fünf größten Banken des Landes hoben daraufhin den Zins für variable Darlehen von 2,7 auf 2,95 Prozent an. Der Immobilienmarkt von Kanadas größter Agglomeration, der Region Toronto, reagierte prompt: Die Zahl der Verkäufe von Wohnimmobilien fiel im Juli um 40 Prozent im Vergleich zum Juli 2016, so die Zahlen des Toronto Real Estate Board.

Auch die Preise ließen nach: Sie sanken um knapp 19 Prozent im Vergleich zum April 2017, dem bisher teuersten Monat. Im Durchschnitt kostete eine Wohnimmobilie im Juli 746.200 kanadische Dollar gegenüber 920.800 im April.

Ganz so dramatisch scheint der Effekt jedoch nicht zu sein. Denn auch die Juli-Preise lagen noch um fünf Prozent über denen des Juli 2016. In der kanadischen Presse ist von einem vorübergehenden Rückgang zu lesen, der die überhöhten Preise wieder auf ein etwas normaleres Niveau bringt.

Ein Blick auf Kanadas teuerste Stadt – Vancouver – scheint diese Einschätzung zu bestätigen. Die Zinserhöhung wirkte sich dort offenbar kaum aus. Größeren Effekt hatte eine im August 2016 eingeführte 15-prozentige Steuer für Ausländer, die im Großraum Vancouver eine Wohnimmobilie erstehen. Daraufhin sanken die Preise von August 2016 bis Januar 2017 um vier Prozent.

Doch inzwischen hat die Preisrallye dort wieder eingesetzt. Eine Wohnimmobilie kostete im Juli 2017 8,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor – in absoluten Zahlen: 1,02 Millionen kanadische Dollar. Das lag vor allem an den Preisen für Eigentumswohnungen: Sie legten in diesem Zeitraum um 18,5 Prozent zu.

09.08.2017