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Investoren kriegen von Hotels nicht genug

Im ersten Halbjahr wechselten viele Hotelimmobilien in Deutschland ihre Eigentümer. Nur im Ausnahmejahr 2016 gaben Immobilieninvestoren noch mehr Geld für Hotels aus. Die wichtigsten Zahlen.

Hotelimmobilien bieten Investoren vergleichsweise gute Renditen - wenn sie ein paar wichtige Grundregeln befolgen (Foto: Ryan McGuire/Gratisography.com)
Hotelimmobilien bieten Investoren vergleichsweise gute Renditen (Foto: Ryan McGuire/Gratisography.com)

Mit einem Investitionsvolumen von 1,9 MIlliarden erzielten Hotelinvestments laut einhelligen Berichten der Immobilienberatungsunterhmen BNP Paribas Real Estate, JLL und CBRE im ersten Halbjahr ein fabelhaftes Ergebnis. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert wurde laut BNP noch einmal 19 Prozent mehr in diese Assetklasse investiert. Nur 2016, als der Verkauf des Interhotel-Portfolios den Umsatz im Portfoliosegment befeuerte, lag der Wert noch höher.

„Allein bezogen auf Einzeldeals ist das Halbjahresresultat sogar das beste aller Zeiten", sagt Alexander Trobitz, Head of Hotel Services der BNP Paribas Real Estate GmbH. Hier wurden fast 1,6 Milliarden Euro generiert. Das Volumen im Portfoliosegment fiel dagegen sogar leicht unterdurchschnittlich aus. Bei den Einzelverkäufen gab es dabei gleich eine ganze Reihe außergewöhnlich großer Hotelverkäufe. Zu den größten Transaktionen zählen das Hilton Berlin für fast 300 Millionen Euro.

Wie auch in den vergangenen Jahren verteilt sich das Volumen weitestgehend gleichmäßig auf Nachfrager aus dem In– und Ausland. Damit sind ausländische Käufer im Hotelsegment stärker präsent als im Gewerbeinvestmentmarkt . Laut BNP Paribas Real Estate sind es auch im ersten Halbjahr 2018 gerade die großen Standorte (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart), an den am meisten investiert wurde. Insgesamt summiert sich das Volumen auf fast 1,4 Milliarden Euro, was noch einmal ein Plus um rund ein Drittel gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet.

Außerdem interessant:

  • Die Verteilung der Hotelinvestments nach Größenklassen spiegelt die Marktlage deutlich wider: Für keine Kategorie kann anlegerseitig eine besondere Präferenz konstatiert werden, vielmehr bestimmt die Angebotsseite, in was investiert wird.
  • In einem Markt, der wie der deutsche historisch von Pachtverträgen dominiert ist, werden Managementverträge laut JLL immer salonfähiger, indem institutionelle Käufer mit Joint Venture Partnern kooperieren und ein Pachtvertragskonstrukt rund um den Managementvertrag konstruieren.
  • Projektentwicklungen sind aufgrund des Produktmangels für CBRE weiterhin von großer Bedeutung und machten im ersten Halbjahr knapp ein Fünftel des gesamten Transaktionsvolumens aus.
  • Es ist davon auszugehen, dass Käufer aus dem Ausland den Markt mit Ihrem zunehmend aggressiven Preisgefüge auch in Zukunft unter Druck setzen und den Wettbewerb weiter antreiben.
Die Beratungsunternehmen schätzen das Potenzial für den weiteren Jahresverlauf ähnlich ein. Zielwert sei die Schwelle von vier Milliarden Euro im gesamten Jahresverlauf – die laut CBRE allerdings nur schwer zu erreichen sein dürfte, weil es zu wenig Angebot am Markt gibt .

12.07.2018