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Investmentmarkt: Mehr Single Deals als je zuvor

Im ersten Halbjahr lag das Investmentvolumen in deutsche Immobilien unverändert hoch. Einen Rekord gab es bei den Transaktionen einzelner Gebäude. Pakete sind hingegen rar.

Im ersten Halbjahr 2019 wurden laut BNP Paribas Real Estate bundesweit über 24,4 Milliarden Euro in Gewerbeimmobilien investiert. Auf ähnliche Umsätze kommen Colliers (24,9), JLL (23,4) und Savills (24,2).

Damit liegt das Ergebnis unter dem sehr guten Vorjahresresultat, stellt aber dennoch einen der höchsten je erzielten Umsätze dar. Die wichtigsten Statements aus den Beratungsunternehmen zur Halbjahresbilanz:

Marcus Lemli, CEO Germany und Head of Investment Europe bei Savills: „Ein deutlicher Abschwung am Gewerbeinvestmentmarkt ist auch im elften Jahr des Superzyklus nicht in Sicht. Die Spitzenrenditen für Büroimmobilien rentieren aktuell rund 340 Basispunkte über denen der zehnjährigen Bundesanleihe. Dies ist die dritthöchste Differenz in den letzten 30 Jahren. Hinzu kommt, dass die Zinswende nicht nur verschoben ist, sondern in den USA aktuell sogar eine Zinssenkung diskutiert wird. Damit werden Strafzinsen auf hohe kurzfristig verfügbare Bankguthaben und folglich ein hoher Anlagedruck bei den Investoren weiterhin zur Tagesordnung gehören."

Fabian Klein, Head of Investment bei CBRE in Deutschland: „Ursache des rückläufigen Transaktionsvolumens ist die Produktknappheit. Die Produktknappheit äußert sich auch in den Spitzenrenditen, die in den meisten Assetklassen weiter gesunken sind, sowie in einem deutlichen Rückgang des in Portfolios gehandelten Volumens.“

Christian Kadel, Head of Capital Markets bei Colliers International: „Bei den Portfolien beobachten wir – noch stärker als bei Einzeldeals – den Trend, dass sich die Verkaufsphase bis zum Signing des Deals deutlich länger hinzieht. Verfügbare Produkte werden zunehmend komplizierter. Ob Erbbaurecht, Brandschutz oder Standorte außerhalb etablierter Lagen – intensivere Ankaufsprüfungen, erst recht in dieser reifen Marktphase, sind die Folge und betreffen insbesondere Portfolien, die noch komplexer in der Bewertung sind als Einzelobjekte."

Piotr Bienkowski, CEO von BNP Paribas Real Estate Deutschland: „Auch für das zweite Halbjahr gehen wir von einer starken Nachfrage und einer dynamischen Entwicklung der Investmentmärkte aus, die durch unterschiedliche Faktoren positiv beeinflusst werden. Auf der einen Seite ist dies das voraussichtlich noch länger sehr günstige Finanzierungsumfeld bei gleichzeitig äußerst begrenzten alternativen Anlagemöglichkeiten mit vergleichbaren Renditeaussichten. Andererseits aber auch der anhaltende Rückenwind seitens der Nutzermärkte."

Timo Tschammler , CEO JLL Germany: „Damit haben sich bereits in der ersten Jahreshälfte einige der seit Jahresende 2018 in Verkaufsprozessen befindlichen größeren Objekte und Portfolios realisiert. Auf dieser Basis und vor dem Hintergrund unserer Erwartung an eine weiterhin hohe Investorennachfrage hat unsere Jahresprognose 2019 mit einem Transaktionsvolumen von rund 70 Mrd. Euro nach wie vor Bestand.“

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04.07.2019