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Interview: Nachwuchs für das Immobilienmanagement

Qualifiziertes Personal im Bereich Immobilienmanagement ist rar. Wir haben mit Dr. Anja Karlshaus über die neue Spezialisierung des Studiengangs Betriebswirtschaft und Management an der CBS gesprochen.

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Prof. Dr. Anja Karlshaus: „Die Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette im Lebenszyklus einer Immobilie steht im Mittelpunkt.“ (Bild: CBS)

Händeringend gesucht: qualifiziertes Personal im Bereich Immobilienmanagement. Die „CBS International Business School“ (CBS) bietet im kommenden September zum ersten Mal eine entsprechende Spezialisierung des Studiengangs „Betriebswirtschaft und Management“ an. Wir haben mit der Dekanin des Fachbereichs, Professor Dr. Anja Karlshaus, über Lehrinhalte, Nachhaltigkeit und Digitalisierung in Zeiten der Corona-Krise gesprochen.

Was war ausschlaggebend für die Entscheidung, die Spezialisierung in das Bachelorangebot Ihrer Hochschule aufzunehmen?

Anja Karlshaus: Das Programm ist aus dem großen Bedarf der Praxis heraus entstanden. Wir sind in engem Kontakt mit unseren Unternehmenspartnern, die klar den Wunsch nach gut qualifizierten Absolventen im Bereich Immobilienmanagement geäußert haben. Es kamen aber auch direkte Anfragen von Studieninteressenten. Außerdem fügt sich das Angebot sehr gut in unser bestehendes betriebswirtschaftliches Grundgerüst mit Wahlfächern wie Digitales Management, Finanzmanagement, Einkauf oder Marketing und vor allem in unser Nachhaltigkeitsverständnis ein.

Auf das Thema Nachhaltigkeit legt die CBS einen starken Fokus. Welche Aspekte diesbezüglich sind für den Bachelor Immobilienmanagement von besonderer Bedeutung?

An der CBS legen wir großen Wert auf verantwortungsvolle Unternehmensführung und nachhaltiges Management. Unsere Studierenden möchten wir zu kompetenten Entscheidern entwickeln, die ihre gesellschaftliche Rolle ernst nehmen und effektive Lösungen für die wirtschaftlichen Probleme unserer Zeit finden. Aber auch auf Konsumentenseite steigt das Interesse an nachhaltigen Immobilien und ressourcenschonend errichteten, klimaneutral betriebenen Gebäuden, die ein gesundes Arbeiten und Wohnen ermöglichen. Der interdisziplinäre Ansatz und die Verknüpfung mit weiteren Fachinhalten bieten hier sicherlich gute Ansatzpunkte. Digitale Lösungen beispielsweise bergen großes Nachhaltigkeitspotenzial.

Was umfassen die Begriffe „Lifecycle im Immobilienmanagement“ und „maßgeschneidertes Spezialisierungsstudium“?

Wir vereinen unser Qualitätsverständnis der Lehre mit den konkreten Anforderungen aus der Praxis. Dabei geht es besonders um das „Management“ eines Immobilienportfolios und weniger um technische Aspekte. Die Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette im Lebenszyklus einer Immobilie steht im Mittelpunkt: von der Planung, Beschaffung, dem Bau bis hin zur Bewirtschaftung.

In der vorlesungsfreien Zeit ist ein achtwöchiges Praktikum vorgesehen. Welche Unternehmen kommen dafür in Frage?

In unserem Career Center haben wir mittlerweile knapp 800 Unternehmen eingebunden. Darunter sind einige aus der Immobilienwirtschaft, mit denen wir natürlich auch heute schon zusammenarbeiten. Neben einer Auswahl an bekannten Maklerunternehmen finden die Studierenden hier auch viele weitere spannende Arbeitgeber wie Kreditinstitute und Versicherungen, Immobilienleasinggesellschaften, Bauunternehmen, Kommunen oder Handelsunternehmen.

Welche Lösungen haben Sie gefunden, um während der Corona-Krise den Fortgang des Studiums zu ermöglichen?

Wir haben innerhalb einer Woche das gesamte Vorlesungsformat digitalisiert. Alle 200 Dozenten und rund 2.000 Studierenden wurden mit MS Teams ausgestattet. Auf das Ergebnis sind wir wirklich stolz: Mit einer Unterbrechung von weniger als einer Woche konnten wir sämtliche Vorlesungen komplett auf digital umstellen. Wir bieten nun rund 700 Vorlesungen pro Woche virtuell an.

Das Gespräch führte Thorsten Schnug für die immobilienmanager-Ausgabe 5/2020.


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12.06.2020