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Innovationen für Gewerbeimmobilien

Eine weltweite Studie will zeigen, welche Innovationen es im Bereich der Gewerbeimmobilien geben könnte. Wie steht es um Proptechs, Technologien und Investments? Hier gibt es die wichtigsten Ergebnisse.

Noch fehlt es der Immobilienwirtschaft an einer branchenweiten vertikalen Vision für die digitale Transformation und einem gemeinsamen „Big Picture“ (Foto: drmakete-lab/unsplash.com)
Wie steht es um den Durchblick in Sachen Innovationsmöglichkeiten im Gewerbeimmobilienbereich? Altus hat dazu 400 Führungskräfte der Branche befragen lassen (Foto: drmakete-lab/unsplash.com)


Immer mehr Firmen im Gewerbeimmobilienbereich setzen nun aktiv auf PropTech, um die Effizienz vieler Funktionen zu steigern. Der neueste Altus Group Innovationsbericht der Gewerbeimmobilienbranche untersucht diese Trendwende und analysiert, wie Firmen in diesem Sektor neueste Technologien nutzen und in wie weit sie entsprechende Investitionen in Erwägung ziehen. Außerdem werden Lücken und Chancen im Zusammenhang mit sich ändernden Technologie- und Markttrends aufgezeigt.

Die Studie beruht auf einer weltweiten quantitativen Umfrage von 400 Führungskräften und leitenden Angestellten in Frontoffice- und Backoffice-Positionen, welche entweder auf Investoren- oder Eigentümerseite im Gewerbeimmobilienbereich tätig sind. Die Umfrage wurde in Nordamerika, Europa, dem asiatisch-pazifischen Raum und Lateinamerika durchgeführt. Alle teilnehmenden Unternehmen hatten zum Zeitpunkt der Umfrage einen verwalteten Vermögenswert (Assets under Management (AUM)) von jeweils mindestens 250 Millionen US-Dollar. Der geschätzte AUM-Gesamtwert aller befragten Firmen betrug über zwei Billionen US-Dollar.

Die befragten Führungskräfte der Altus-Studie trauen den Zukunftstechnologien überwiegend nur wenig disruptives Potenzial zu (Quelle: Altus CRE Innovation Report)
Die befragten Führungskräfte der Altus-Studie trauen den Zukunftstechnologien überwiegend nur wenig disruptives Potenzial zu (Quelle: Altus CRE Innovation Report)

Weltweit gibt es einen zunehmenden Trend unter Gewerbeimmobilienunternehmen, direkt in PropTech-Firmen und Startups zu investieren. Viele setzen dabei auf die branchenweite Innovationsbeschleunigung durch aktive Beteiligungen an Direktinvestitionen. Durch diese verstärkte Mitgestaltung und einem größeren Investitionsumfang können Lösungen entwickelt werden, die besser auf die Bewältigung der branchenspezifischen Herausforderungen ausgerichtet sind. Außerdem hilft es den Firmen der Branche dabei, herkömmliche, dem Fortschritt hinderliche Praktiken aufzugeben und eine schnellere Implementierung neuer Technologien sowie die vollständige Ausschöpfung des damit verbundenen Potenzials vorzubereiten.

Die wichtigsten Ergebnisse der Altus-Studie

  • 60 Prozent setzen noch immer auf Excel & Co.
    Zwar haben die meisten Unternehmen der Gewerbeimmobilienbranche mittlerweile in integrierte Softwarelösungen in diesem Bereich investiert, viele verwenden aber immer noch traditionelle Tabellenkalkulationen für wichtige Funktionen, wodurch weiterhin separate Datensilos entstehen. 60 Prozent der Führungskräfte gaben an, dass ihre Firma die Tabellenkalkulation als primäres Tool für die Berichterstattung verwendet, 51 Prozent nutzen sie für Bewertungen und Cashflow-Analysen und 45 Prozent für die Budgetierung und Erstellung von Prognosen.
  • KI auf dem Vormarsch
    Die Effizienzsteigerung durch Automatisierung ist für Führungskräfte im Gewerbeimmobilienbereich von entscheidender Bedeutung. Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen nähert sich einer kritischen Masse. 41 Prozent der Unternehmen setzen Automatisierung für Benchmarking und Performanceanalysen ein, 39 Prozent für Szenarien- und Sensitivitätsanalysen und 36 Prozent für die Budgetierung und Erstellung von Prognosen. 19 Prozent nutzen KI und maschinelles Lernen für Szenarien- und Sensitivitätsanalysen, gefolgt von 16 Prozent für Buchführung und Immobilienmanagement.
  • Immer öfter ohne Intermediär
    Das zunehmende Auslassen von Zwischenstufen bei Technologieplattformen und -lösungen hat einen großen Einfluss auf die Gewerbeimmobilienbranche. Neue Technologien ermöglichen es Führungskräften aus diesem Sektor, sich direkt mit Mietern, Investoren und auch untereinander auszutauschen. Gleichzeitig wirken sich
    Trends wie Co-Working, Share Economy und E-Commerce auf Investitions- und Portfolioentscheidungen aus. 61 Prozent der Unternehmen aus der Gewerbeimmobilienbranche nutzen bereits oder testen Online-Kreditmärkte, 23 Prozent nutzen sie zu einem erheblichen Teil. 60 Prozent nutzen bereits oder testen Online-Investmentmärkte und Crowdfunding-Plattformen, 22 Prozent zu einem großen Teil. Die Mehrheit der Führungskräfte gibt an, dass sich der Trend zur Disintermediation stark auf ihre Investitions- und Portfolioentscheidungen auswirkt, wobei 77 Prozent der
    Meinung sind, dass die Share Economy am meisten sichtbar ist, gefolgt von Co-Working mit 66 Prozent und E-Commerce mit 61 Prozent.
  • Unsicherheit bei Blockchain und Smart City
    Die Führungskräfte von Gewerbeimmobilienunternehmen sind sich unsicher in Bezug auf die potenzielle Rolle und die Auswirkungen von Blockchain und Smart Cities als zukünftige disruptive und revolutionierende Marktentwicklungen. 37 Prozent der Befragten erwarten, dass Blockchain innerhalb der nächsten zwei Jahre Einfluss auf die Branche nimmt, wobei allerdings zehn Prozent der Führungskräfte „nicht wirklich verstehen, was Blockchain ist und wie es funktioniert“. 31 Prozent gaben an, dass Smart-City-Initiativen und -Projekte bereits einen großen Einfluss auf ihre Investitions- und Portfolioentscheidungen nehmen.
  • Proptech-Investments
    Firmen im Bereich Gewerbeimmobilien werden selbst zu PropTech-Investoren, wobei viele direkt an der PropTech-Entwicklung beteiligt sind. 53 Prozent der Organisationen aus diesem Sektor investieren direkt in mindestens ein PropTech-Unternehmen.

    Die ausführlichen Ergebnisse der Befragung "CRE Innovation Report" können Sie hier herunterladen .

22.01.2019