zurück

Infinus-Manager zu Haftstrafen verurteilt

Die Dresdner Infinus hat 22.000 Anleger um insgesamt rund 312 Millionen Euro geprellt. Die Gründer des Mutterkonzerns Future Business und weitere Führungskräfte hatten ein Schneeballsystem aufgebaut und müssen nun ins Gefängnis.

Die sechs Angeklagten im Infinus-Prozess wurden vom Landgericht Dresden wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs schuldig gesprochen worden. Der Gründer des Dresdner Finanzdienstleisters muss für acht Jahre ins Gefängnis. Vier mitangeklagte Manager erhielten Strafen zwischen fünf Jahre und vier Monaten bis sechs Jahren. Ein weiterer früherer Mitarbeiter wurde wegen Beihilfe zu viereinhalb Jahren verurteilt.

Laut des Urteils hatten die Angeklagten etwa 22.000 Anleger mit ihrem Schneeballsystem um rund 312 Millionen Euro betrogen. Infinus investierte unter anderem auch in Immobilien. Der Insolvenzverwalter erlöste aus den Verkäufen der Immobilien rund 48 Millionen Euro.

Kritik an der Justiz
Es gibt im Zusammenhang des Zusammenbruchs von Infinitus auch Kritik an der Justiz. Der Fernsehsender n-tv berichtete, dass Infinus alle Rechnungen und Zinsen pünktlich bezahlt habe, bis im November 2013 die Staatsanwaltschaft aufgrund von Hinweisen der Bundesbank und der Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin die Ermittlungen aufgenommen habe.

Ein Jahr später waren die meisten Gesellschaften der Firmengruppe insolvent und Wirtschaftsprüfer erstellten die Bilanzen der Gruppe neu. Laut dem Bericht wurden dabei die aufgekauften Lebensversicherungen der Gruppe als Umlauf- und nicht mehr als Anlagevermögen bewertet. Aus satten Gewinnen wurden so hohe Verluste für die Anleger. Laut n-tv würden starke Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens bestehen, da die Insolvenzverwalter das Geld schon zurückforderten, bevor überhaupt ein Urteil gesprochen wurde. Zudem seien die Bilanzen nie testiert worden, meldet das Online-Portal Finanzwelt.de.

11.07.2018