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„In Zukunft handeln wir Immobilien wie Aktien an der Börse“

SPONSORED CONTENT - Prof. Dr. Nicolai Wendland, Mitgründer und COO von 21st Real Estate erklärt im Interview, wie Technologien und Algorithmen zu einem neuen Ankaufsprozess für Immobilien führen.

21 Real Estate

Seit Jahrzehnten boomt der Immobilienmarkt und der Branche geht es gut. Warum sollten die Marktteilnehmer überhaupt etwas ändern?

Wendland: Nur weil es dem Markt gut geht, bedeutet es nicht, dass die Prozesse innerhalb der beteiligten Firmen ebenso gut funktionieren. Der Ankaufsprozess besteht aus vielen einzelnen Schritten, wie Angebotserfassung, Lagebewertung und Erstindikation, Cashflow-Analyse, Due Diligence usw. Nahezu jeder dieser Schritte ist aufwändig und durchläuft oft mehrere Mitarbeiter. Daten werden zudem manuell recherchiert, PDFs und Excel-Tabellen werden abgetippt und dabei entstehen Fehler. Hinzu kommt der lineare Prozess, also dass jeder auf die Arbeit des Vorgängers warten muss.

Diese Arbeitsschritte haben sich über viele Jahre in den Unternehmen etabliert. Lässt sich das tatsächlich ändern?

Wendland: Digitalisieren bedeutet auch, Prozesse komplett neu zu denken. Moderne Technologien und Algorithmen helfen Mitarbeitern bereits heute dabei, repetitive Prozesse zu minimieren und menschliche Fehler zu vermeiden. Allerdings muss der Ansatz tiefer gehen. Zum Beispiel kann das bloße Digitalisieren von PDFs nicht die Lösung sein. In einem digitalen und smarten Prozess dürfen sie erst gar nicht mehr entstehen.

Wie genau denken Sie den Prozess beim Immobilienankauf neu?

Wendland: Wir entwickeln den “Digital Deal” und bereiten Kunden und ihre Objekte darauf vor. Der Digital Deal verläuft nicht mehr als lineare Kette, sondern er bildet das Zentrum des Ankaufs. Mitarbeiter und externe Partner können parallel an einem Deal arbeiten und müssen nicht mehr auf den Vorgänger warten. Unternehmen können, unabhängig von der Marktlage, so wesentlich effizienter arbeiten.

Wie muss man sich den Digital Deal als asynchronen Ankaufsprozess vorstellen?

Wendland: Es beginnt damit, dass Investoren standardisierte Gesuche und Anlagestrategien definieren, die automatisch gegen alle am Markt sichtbaren Objekte gematcht werden. Passende Objekte werden vollautomatisch auf Basis von Lage, Preis und Cashflow-Potenzial bewertet und der Investor erhält Kauf- oder auch Ablehnungsempfehlungen. Mitarbeiter können jederzeit Annahmen ändern oder Informationen ergänzen, die sofort in die Bewertungen einfließen und für alle zugänglich sind. Sämtliche KPIs werden per Knopfdruck an Banken, Versicherungen und weitere Dienstleister übermittelt, die wiederum direkt Angebote schicken können und den Digital Deal so mitgestalten. Über digitale Transaktionshandbücher wird anschließend die Due Diligence gesteuert und der Deal bis zum Vertrag gebracht. In Zukunft muss dann noch der tatsächliche Eigentumsübergang automatisiert stattfinden, z. B. über Tokenization und Blockchain Technologien.

Was passiert, wenn diese Technologien immer weiter ausgebaut werden?

Wendland: Das führt dann in der letzten Ausbaustufe dazu, dass Investoren Objekte digital per Knopfdruck handeln können – wie heute schon Aktien an der Börse. Hierfür müssen Objekte aber „digital deal ready“ sein und dabei helfen wir unseren Kunden.

Wie weit sind Sie schon in diesem Prozess?

Wendland: Die automatisierte Lage-, Objekt-, Investitionsbewertung und Cashflow-Prognosen haben wir weitestgehend abgeschlossen. Auch digitale Workflows und asynchrone Rollenverteilungen sind bereits integriert. Entlang der Prozesse des Digital Deals binden wir derzeit an jeder Stelle starke Partner an: Banken, Versicherer, Gutachter, Baufirmen... In Zukunft wird der gesamte Prozess dann über eine Plattform gesteuert.

19.02.2019