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Immobilienbrache investiert stärker in Digitalisierung

Immer mehr Immobilienunternehmen investieren in Digitalisierung Selfserviceportale, digitale Gebäudesteuerung und Ladeinfrastruktur für E-Autos stehen bei Vermietern von Wohn- und Gewerbeimmobilien gleichermaßen hoch im Kurs?

Berlin (energate) - Immer mehr Immobilienunternehmen investieren in Digitalisierung. Selfservice-Portale, digitale Gebäudesteuerung und Ladeinfrastruktur für E-Autos stehen bei Vermietern von Wohn- und Gewerbeimmobilien gleichermaßen hoch im Kurs. Hier sieht die Branche besonders große Nutzernachfrage, geht aus einer Studie der Unternehmensberatung EY im Auftrag des Zentralen Immobilien Ausschuss hervor. Der in Berlin ansässige ZIA ist Dachorganisation von 25 Verbänden der Immobilienbranche. Für die jährlich aktualisierte Studie ließ der ZIA 300 Experten großer wie kleiner Branchenunternehmen befragen. Zudem führten die Studienautoren eine Bevölkerungsumfrage mit 3.000 Teilnehmern durch.

Bereitschaft zu Investitionen steigt

Der Studie zufolge hat sich die Immobilienbranche im Vergleich zum Vorjahr deutlich geöffnet. 91 Prozent gaben an, Digitalisierung als Teil ihrer Gesamtstrategie für neue Geschäftsmodelle zu verstehen. Im Vorjahr teilten lediglich 39 Prozent dieses Verständnis. Entsprechend sind inzwischen zwei Drittel aller befragten Immobilienexperten dazu bereit, Geld in Prozessdigitalisierung und digitale Services zu investieren. Allerdings wendet nur ein kleiner Teil der Branche bereits große Budgets für das Thema auf. 4 Prozent investieren bereits 20 Prozent ihres Umsatzes, weitere 10 Prozent wenden zwischen fünf und 20 Prozent des Umsatzes auf.

Große Nachfrage nach Smart Home

Bei der Nutzernachfrage nach digitalen Anwendungen ergeben sich einige Querschnittsthemen zwischen Energie- und Immobilienwirtschaft. Mit Abstand im Vordergrund steht die Qualität der Lan-, W-Lan oder Telefonverbindungen. Dies gilt vor allem für Gewerbeimmobilien. So gaben es 81 Prozent der Nutzer und 91 Prozent der Branchenvertreter an. Ebenfalls unter den relevantesten Anwendungen stehen Selfservice-Portale für Mieterbeschwerden und Smart-Home- beziehungsweise Smart-Office-Systeme (Gebäudeautomation und Energiemanagement). Hier sahen 78 Prozent aus dem Wohnimmobiliensektor eine hohe oder sehr hohe Nachfrage. Bei den Vermietern von Gewerbeimmobilien stufen 88 Prozent die Nachfrage als hoch oder sehr hoch ein. Tatsächlich vorhanden sind solche Systeme allerdings erst bei 15 Prozent der Befragten und 37 Prozent wollen in den kommenden fünf Jahren nachrüsten.

Ladeinfrastruktur am Arbeitsplatz gefragt

Ladesäulen und Wallboxen sind sowohl im Gewerbe- als auch im Wohnsegment stark nachgefragt. 84 Prozent der Branchenexperten sehen hohe oder sehr hohe Nachfrage für Büroimmobilien, 72 Prozent für Wohnimmobilien. Zugleich ist Ladeinfrastruktur bereits vergleichsweise stark etabliert. Jeder dritte befragte Vermieter von Gewerbeimmobilien hat sie im Angebot. Weitere 26 Prozent planen den Aufbau in den kommenden fünf Jahren. Weil aber noch vergleichsweise wenige Menschen tatsächlich elektrisch fahren, begreift die Branche den Hochlauf der Infrastruktur als Zukunftsinvestition. Große Nachfragerelevanz misst die Immobilienbranche auch der Digitalisierung des Mess- und Zählwesens zu. Das gaben 60 Prozent aus dem Bereich Wohnimmobilien an und 70 Prozent aus dem Bereich Gewerbeimmobilien. Allerdings verfügen nur 18 Prozent der Befragten bereits über intelligente Zähler. 27 Prozent verfolgen dazu aber konkrete Pläne.

Mieterstrom steht die Branche gespalten gegenüber. 54 Prozent der Befragten sehen hier im Wohnimmobilienbereich eine große oder sehr große Nachfrage. Im Gewerbeimmobilienbereich sind es 52 Prozent. Solche Modelle bereits umgesetzt haben bislang 16 Prozent aller Befragten, Pläne zum Start eines Mieterstrommodells haben 20 Prozent der Studienteilnehmer. /pa

In Kooperation mit www.energate-immo.de .

12.10.2018