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Hotelinvestments: Top-Facts zum ersten Halbjahr

Wer kauft, wer verkauft, welche Hotelkategorie suchen Investoren besonders häufig und was waren die wichtigsten Transaktionen im ersten Halbjahr? Die wichtigsten Fakten zum Hotelinvestmentmarkt.

Der vierte Platz im Ranking von Pwc und ULI geht an München (Foto: Petra Dirscherl/Pixelio.de)
München war im ersten Halbjahr bei Hotelinvestoren besonders beliebt (Foto: Petra Dirscherl/Pixelio.de)

Im Vergleich zum Vorjahr wechselten bis zur Jahresmitte weniger großvolumige Hotelpakete ihre Eigentümer. In der Folge sank der Investmentumsatz mit deutschen Hotelimmobilien: CBRE kommt auf 1,79 Milliarden Euro (minus neun Prozent), Mitbewerber JLL auf 1,83 Milliarden Euro (minus acht Prozent). Im Mittel- und Langfristvergleich sei das allerdings noch immer ein sehr gutes Ergebnis.

„Aufgrund eines Mangels an größeren Portfolios beobachteten wir ein leichtes Absinken der einzelnen Dealgrößen und des Transaktionsvolumens insgesamt. Die gesteigerte Zahl an Transaktionen verdeutlich jedoch, dass das Interesse der Investoren am Deutschen Hotelmarkt ungebrochen ist", erklärt Olivia Kaussen, Head of Hotels Germany bei CBRE.

Rekordjahr noch möglich
Ihr Pendant Stefan Giesemann, Senior Vice President der JLL Hotels & Hospitality Group, ordnet die Zahlen ein: „Vor der Finanzkrise und zwischen 2008 und 2014 war das jetzige Halbjahresergebnis nicht einmal ein Jahresvolumen. Und es hätte noch höher ausfallen können, wenn kurz vor dem Abschluss stehende größere Investments im Juni unterzeichnet worden wären." Daher rechnet er in den nächsten Wochen und Monaten mit diesen Abschlüssen. „Gut möglich, dass dann das Rekordergebnis von 2016 im laufenden Jahr mit Erreichen der Fünf-Milliarden-Euro-Marke erneut übertroffen wird.“

Laut CBRE ist der Druck auf Renditen weiterhin hoch - aktuell liegen die Spitzenrenditen bei 4,25 Prozent. Wie auch schon im ersten Quartal dominierten im zweiten Quartal weiterhin Einzeltransaktionen mit einem Anteil am Gesamtvolumen von rund 70 Prozent.

Eine Auswahl der wichtigsten Hoteltransaktionen 2017:

  1. Pullmann Hotels in München (337 Hotelzimmer mit dazugehöriger Büro- und Einzelhandelsfläche) durch den CDL Hospitality Trust im Rahmen eins Share Deals. Das Objekt wurde von NKS Hospitality für rund 98,9 Millionen Euro verkauft.
  2. Hotel Preysing in München neben dem Veranstaltungszentrum Gasteig. Das Objekt wurde von dem Feinkost-Gastronom Michael Käfer erworben.
  3. Best Western Hotel Kaiserslautern an die Sachs Real Estate GmbH veräußert. Das 160-Zimmer-Haus soll nach einer umfangreichen Renovierung im September 2017 eröffnen.
  4. Radisson Blu Hamburg an die norwegische Wenaasgruppen für einen dreistelligen Millionenbetrag. Verkäufer Azure Hotels hatte das Hotel Ende 2015 von Invesco Real Estate erworben. Die Transaktion ist seit der Veräußerung des Sofitel Munich Bayerpost 2015 für 180 Millionen Euro die bis dato größte Hoteleinzeltransaktion in Deutschland.
  5. Abba Hotels in Berlin durch Axa Investment Managers. Verkäufer und Betreiber ist die spanische Gruppe Abba Hoteles, die das Hotel in einer Sale & Lease-back Transaktion zurückgemietet hat.
  6. Dorint Hotel Sanssouci in Potsdam durch die Deutsche Asset Management für einen Kaufpreis von rund 32 Millionen Euro und einer Rendite von um die 7,0 Prozent. Verkäufer war Ebertz & Partner. Im Zuge der Transaktion wurde ein neuer 20-jähriger Pachtvertrag mit dem Betreiber Dorint abgeschlossen.

Neben bestehenden Hotels ist auch im zweiten Quartal die Nachfrage nach Projektentwicklungen weiterhin hoch. Diese machten laut CBRE einen Anteil von rund 40 Prozent am gesamten Transaktionsvolumen aus. Dazu zählen die beiden Hotelprojekte in Mannheim, die die Commerz Real von der GBI erworben hat.

4-Sterne-Häuser im Fokus
Mit einem Anteil von rund 55 Prozent am Transaktionsvolumen im ersten halben Jahr sind Hotels der 4-Sterne Kategorie weiterhin besonders attraktiv. Auf Platz zwei befanden sich mit circa 23 Prozent des Transaktionsvolumens Hotels der 3-Sterne Kategorie.

Mit rund 454 Millionen Euro und einem Anteil von 25 Prozent des Gesamtvolumens verzeichnet München laut CBRE in der ersten Jahreshälfte das höchste Transaktionsvolumen unter den Top 7-Städten, gefolgt von Berlin, das ein Transaktionsvolumen von rund 303 Millionen Euro registrierte.

Im ersten Halbjahr überwog die realisierte Nachfrage aus dem Inland mit rund 55 Prozent leicht die Nachfrage von Seiten internationaler Investoren. Asset-/ Fondsmanager stellen mit rund 26 Prozent am Transaktionsvolumen die größte Käufergruppe dar, gefolgt von Privatinvestoren mit 17 Prozent. Auf Verkäuferseite dominierten mit einem Anteil von rund 26 Prozent Projektentwickler/Bauträger.

12.07.2017