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Hamburger Mieten: "Kein Grund zur Panik"

Eine groß angelegte Studie hat den Hamburger Mietwohnungsmarkt untersucht und eine Viertel Millionen echte Mietmarktdaten untersucht.

Der Wirtschaftsstandort Hamburg in Zahlen (Foto: Stadt Hamburg)
Hamburg ist ein äußerst beliebter Wohnstandort - auf dem Mietmarkt gibt es laut Studie dennoch "keinen Grund zur Panik" (Foto: Stadt Hamburg)

Die Hamburger Wohnungswirtschaft hat eine unabhängige Studie vom Center for Real Estate Studies (CRES) zum Hamburger Mietwohnungsmarkt erstellen lassen. Es wurden „echte“ Mietmarktdaten von über 250.000 Mietwohnungen in Hamburg aus dem Jahr 2016 untersucht. In vielen anderen Untersuchungen basieren die Ergebnisse hingegen auf Angebotsmieten aus Internetportalen.

Fazit: Miethöhen und Fluktuationsraten belegen einen funktionierenden Mietwohnungsmarkt. Regulatorische Eingriffe und politischer Aktionismus wären fehl am Platz, so der Tenor. „Eppendorf und die „Schanze“ sind stark nachgefragte, urbane und somit attraktive Teilmärkte mit durchaus hohen Mieten. Jedoch zeigt die Studie auf: Fast 70 Prozent der Hamburger Wohnungsmieten liegen zwischen 6,36 und 9,94 Euro pro Quadratmeter netto-kalt", so der Vorsitzende des IVD Nord, Axel-H. Wittlinger.

Von Wohnungsnot und explodierenden Mieten könne generell nicht die Rede sein. Hochgerechnet auf den gesamten Hamburger Mietwohnungsmarkt (697.000 Mietwohnungen) liegt die rechnerische Durchschnittsmiete bei 8,15 Euro netto-kalt monatlich. Bei den kommunalen Vermietern (SAGA Unternehmensgruppe) und den Wohnungsgenossenschaften liegt die Durchschnittsmiete sogar nur bei 6,34 Euro. Bei den privaten Vermietern liegt die Durchschnittsmiete bei 9,22 Euro, oftmals befinden sich diese Mietwohnungen in kleineren Objekten.

Die einzelnen Studienergebnisse zeigen: Die durchschnittliche Bestandsmiete der nicht preisgebundenen Wohnungen (arithmetisches Mittel) liegt in der Gruppe der städtischen und genossenschaftlichen Vermieter je nach Wohnlage bei 6,41 Euro (normale Wohnlage) oder 6,85 Euro (gute Wohnlage). Die Bestandsmiete bei den privatwirtschaftlichen Vermietern beträgt im Vergleich dazu 8,78 Euro (normale Wohnlage) und 10,17 Euro in guten Wohnlagen. Die Neuvertragsmieten / Wiedervermietungsmieten liegen naturgemäß höher als die Bestandsmieten.

Auch die Höhe der ermittelten Fluktuationsrate, das heißt das Verhältnis der in einem Jahr neu vermieteten Wohnungen zum Gesamtbestand, spiegelt einen funktionierenden Mietwohnungsmarkt wieder. Die durchschnittliche Fluktuation über die gesamte Studie beträgt im Untersuchungszeitraum April 2015 bis April 2016 neun Prozent. Die Fluktuationsquote lag bei den kommunalen und genossenschaftlichen Vermietern bei acht Prozent und bei den privaten Vermietern bei 14,4 Prozent.

Die Vertreter der Hamburger Wohnungswirtschaft interpretieren die ermittelten Daten wie folgt: „Die Studie verdeutlicht mir drei Dinge: 1. Hamburg ist nicht gleich Hamburg. 2. Der Wohnungsmarkt ist angespannt. 3. Es gibt keinen Grund zur Panik. Die Hansestadt bietet ein heterogenes Wohnungsangebot", sagt VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner. Der BFW-Landesvorsitzender Sönke Struck ergänzt: „Die Studie hat bewiesen, dass der Hamburger Wohnungsmarkt funktioniert. Wir brauchen keine regulatorischen Eingriffe in die Marktmechanismen, sondern vielmehr verlässliche Rahmenbedingungen, damit sich Wohnungsunternehmen auch weiterhin im Wohnungsneubau engagieren."

02.03.2017