zurück

Hamburg: Wettbewerblicher Dialog für Oberbillwerder

Der neue Stadtteil Oberbillwerder nördlich der S-Bahnstation Allermöhe ist Hamburgs zweitgrößtes Stadtentwicklungsprojekt nach der HafenCity.

Luftbild des Planungsgebietes in Oberbillwerder (Foto: IBA Hamburg / www.falconcrest.com)
Luftbild des Planungsgebietes in Oberbillwerder (Foto: IBA Hamburg / www.falconcrest.com)

Für den neuen Stadtteil Oberbillwerder in Hamburg sind bis ins kommende Frühjahr städtebauliche Entwürfe gesucht. Die Auswertung von über 400 Beiträgen von Bürgerinnen und Bürgern, zahlreiche Gutachten und die Erkenntnisse aus der Ideenwerkstatt fließen in das Aufgabenpapier ein, auf dessen Grundlage internationale Planungsbüros einen städtebaulich-freiraumplanerischen Entwurf für den neuen Stadtteil im Grünen erarbeiten sollen. Der Wettbewerbliche Dialog Oberbillwerder wird europaweit ausgeschrieben .

Auf dem rund 120 Hektar großen Gebiet soll ein neuer Stadtteil entstehen, der zugleich Rücksicht auf die historische Kulturlandschaft nimmt. Von seiner Entwicklung sollen sowohl die angrenzenden Stadtteile, der gesamte Bezirk Bergedorf und auch die Hansestadt Hamburg insgesamt profitieren. Der neue Stadtteil Oberbillwerder nördlich der S-Bahnstation Allermöhe ist Hamburgs zweitgrößtes Stadtentwicklungsprojekt nach der HafenCity.

Folgende Eckpunkte fließen in die Aufgabenstellung ein: eine gezielte, autoreduzierte Erschließung mit einem Fokus auf Fußgänger, Radfahrer und den öffentlichen Personennahverkehr, ein deutlich reduzierter Stellplatzschlüssel von 0,4 – 0,5, privates und öffentliches Parken in Quartiersgaragen, weitreichende Mehrfachnutzung der Flächen (etwa durch Doppelnutzungen von Schul- und öffentlichen Sportanlagen oder von Dachflächen für Solaranlagen, Begrünung oder Terrassen), ein quartiersprägendes Bildungs- und Begegnungszentrum, welches aktive Nachbarschaften und Aktionen im Stadtteil fördert, bis zu drei Schulstandorte mit anregenden Außenflächen und bis zu 16 Kindertagesstätten und weitere soziale Einrichtungen. .

CO2-neutraler Stadtteil
Dazu passend soll Oberbillwerder möglichst ein CO2-neutraler Stadtteil mit einem hohen Anteil regenerativer Energien, einem größtmöglichen Anteil an Solarthermie sowie vielfältigen und verlässlichen Mobilitätsangeboten auf Quartiersebene werden. Der neue Stadtteil im Grünen soll kein reiner Wohnstadtteil werden, sondern auch Urbanität und Lebendigkeit ausstrahlen. Dazu gehören bis zu 7.000 neue Arbeitsplätze, die unter anderem in Geschäften für den täglichen Bedarf, Gastronomie und sozialen Einrichtungen entstehen könnten. Die derzeitigen Planungen gehen von rund 7.000 – 8.000 Wohneinheiten unterschiedlicher Bautypologien in mehrheitlich vier bis sieben Geschossen sowie modernen Stadthäusern aus. Rund ein Drittel der Wohneinheiten werden zum Eigentumserwerb vorgesehen, ein Drittel öffentlich gefördert und ein Drittel freifinanziert.

22.06.2017