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Grünes Licht für Mauritius Health & Care Campus

Borghorst im Kreis Steinfurt (NRW) erhält ein neues Gesundheitsquartier: Auf dem Areal des historischen Weberquartiers plant die IGP Projekt die Entwicklung des Mauritius Health & Care Campus.

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Visualisierung des geplanten Quartiers mit dem Blick auf die Mittelachse zwischen Wohnen (rechts) und Pflege (links). (Bild: Atelier Kempe Thill B.V.)

Am 4. Juni wählten die Obergutachter, bestehend aus Vertretern des Bauherren, der Kreisstadt Steinfurt, Fachvertretern aus Stadtplanung und Architektur sowie Sachvertretern aus dem medizinischen und pflegerischen Bereich einstimmig den Entwurf von Atelier Kempe Thill von Architekten und Planern aus Rotterdam zu ihrem Favoriten für die Entwicklung Mauritius Health & Care Campus auf dem historischen Weberquartier in Borghorst (Steinfurt). Nun sind die Ratsmitglieder der Kreisstadt Steinfurt der Vorlage aus dem Hause von Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer und von Baudezernent Hans Schröder gefolgt und haben in ihrer Sitzung am 25.06.2020 den Favoriten-Entwurf einstimmig zur Grundlage des Bebauungsplans Nr. 16b „Arnold-Kock-Straße – Ost“ bestimmt.

Auf der Basis der nun beschlossenen Planung erfolgen zeitnah die weiteren Schritte für das anstehende Bauleitplanverfahren. Bereits in Umsetzung befinden sich die Untersuchungen zum Artenschutz und der Altlastensituation mit dem Ziel, diese Punkte bald erfolgreich abzuschließen. Auf Basis des nun beschlossenen städtebaulichen Konzeptes erfolgt im nächsten Schritt die Erstellung eines Verkehrsgutachtens, welches die zu erwartenden Verkehre im Planbereich aufzeigt und Vorschläge für die Ausgestaltung der dortigen Straßen und ihres Umfeldes aufzeigt. Die zu erwartenden Verkehre sind wiederum lärmtechnisch auf ihre Verträglichkeit zu prüfen. Bestandteil der Überprüfung ist auch die Ver- und Entsorgung des neuen Mauritius Health & Care Campus.

Insgesamt umfasst das von IGP Projekt , einer Tochter der IGP Advantag, begleitete Projekt Mauritius Health & Care Campus auf dem historischen Weberquartier ein Volumen von 120 Millionen Euro. Die Inbetriebnahme ist für 2025 geplant, der Baustart für das Frühjahr 2021 vorgesehen. Erste vielversprechende Gespräche mit künftigen Mietern und Betreibern laufen bereits.

Über das Projekt

Auf den Flächen des ehemaligen Weberquartiers plant der Projektentwickler, die IGP Projekt GmbH, die Realisierung eines über 25.000 Quadratmeter großen Quartiers mit den Nutzungen Reha, Pflege und Wohnen. Um der hohen städtebaulichen Bedeutung des Weberquartiers Rechnung zu tragen, wurde ein städtebauliches gutachterliches Verfahren durchgeführt. „Der Gesundheitscampus und die neuen Wohnungen sollen sich in das bestehende Stadtgefüge integrieren, damit ein lebendiges Stadtquartier entstehen kann“, erläutert Nils Schülke von IGP Projekt. Dabei soll ein städtebauliches Gesamtkonzept für ein innovatives und vielseitig nutzbares Quartier entwickelt werden, das sich optimal in den Ort einfügt und das historische Umfeld aufgreift. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der funktionalen Verbindung des benachbarten UKM Marienhospital Steinfurt mit dem neuen Campus.

Die finale Nutzungsaufteilung steht aufgrund der laufenden Planungen noch nicht fest. Der größte Teil der Fläche könnte für die Rehaklinik reserviert werden, die durch Nutzungen wie den Therapiebereich und ein Bewegungsbad ideal ergänzt würde. Ein kleinerer Teil steht für das Pflegeheim zur Verfügung, das durch eine Pflegeschule und Appartements für die Pfleger ergänzt werden könnte. Zur Arrondierung des Areals ist in einem untergeordneten Maßstab Wohnungsbau vorgesehen. Zusätzlich ist auch eine Kita auf dem Areal geplant. „In enger Abstimmung mit dem zur Universitätsklinik Münster gehörenden Marienhospital Steinfurt wollen wir in Steinfurt einen Modellstandort schaffen, der das optimale Zusammenspiel von Akutkrankenhaus, stationärer sowie ambulanter Rehabilitation ermöglicht“, erläutert Stefan Gräf, Vorstand der IGP Advantag.

Das Planungsgebiet für den neuen Campus befindet sich in prominenter Lage zwischen Rathaus, St. Nikomedes Pfarrkirche und dem UKM Marienhospital Steinfurt. Der Bahnhof ist rund 1,3 Kilometer entfernt. Ihren Namen verdankt das Weberquartier der „Maschinen-Weberei Brinkhaus & Wischbrock“, die circa 1860 den Betrieb auf diesem Gelände aufnahm. Der überwiegende Produktionsschwerpunkt lag in der Vorbereitung und Verarbeitung von Garnen. Ende der 1980er Jahre wurde der Betrieb eingestellt. Nach mehreren Bränden in den leerstehenden Fabrikgebäuden wurden diese im Frühjahr 2018 durch die Stadt größtenteils abgebrochen. Das historische Weberquartier und seine Umgebung gelten als Siedlungsursprung des Stadtteiles Borghorst.

09.07.2020