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Gorynski: "Bewährte Smart-City-Lösungen sparen Geld und Zeit"

Mülheim/Ruhr - Das Start-up Bee Smart City bietet eine Best-Practice-Plattform für Smart-City-Lösungen. Geschäftsführer Bart Goryski erklärt das Geschäftsmodell...

Mülheim/Ruhr (energate) - Das Start-up Bee Smart City bietet eine Best-Practice-Plattform für Smart-City-Lösungen. Geschäftsführer Bart Goryski erklärt das Geschäftsmodell.

energate: Herr Gorynski, was ist das Kerngeschäft von Bee Smart City?

Gorynski: Smart City beschreibt die Vision einer intelligenten Kommune, in der Digitalisierung das Leben einfacher und angenehmer machen soll. Das Themenfeld Smart City ist komplex und intransparent. Daher suchen Kommunen und städtische Unternehmen, wie Verkehrsbetriebe oder Energieversorger, nach bewährten Lösungen und Initiativen, um vielfältige Herausforderungen und Probleme zu bewältigen, die Effizienz zu erhöhen und Kosten einzusparen. Bee Smart City ist eine internationale Plattform für den schnellen Informationsaustausch von Best-Practice-Lösungen. Finanziert wird sie über ein Partnerschaftsprogramm. Unternehmen, die das Geschäftsfeld Smart City simplifizieren und gleichzeitig auf ein Zusatzangebot zurückgreifen möchten, um ihre intelligenten Lösungen international bekannter zu machen, schließen sich mit monetärer Unterstützung der wachsenden Gemeinschaft von Bee Smart City an. Die Idee entstand 2014 auf einem Smart-City-Lehrgang in Harvard, die Entscheidung zur Gründung fiel im Jahr 2017.

energate: Wie funktioniert Ihre Plattform?

Gorynski: Jede Stadt oder Gemeinde, ob urban oder ländlich, groß oder klein, hat schon intelligente Lösungen umgesetzt. Wir haben festgestellt, dass jedoch in den wenigsten Kommunen über diesen vorhandenen Status quo ein Überblick herrscht. Diese Intransparenz hemmt neben innerstädtischer wie externer Zusammenarbeit und stört die effiziente Weiterentwicklung von Lösungsansätzen. Hier setzt die Bee Smart City Plattform an. Erst mit einem Überblick über das Vorhandene, lässt sich eine geeignete Bedarfsanalyse erstellen. Auf der Plattform können Nutzer nach Smart-City-Lösungen zu suchen, sich informieren und weitere Lösungen einzustellen. Unkompliziert und kostenfrei. Sie basiert also auf dem Prinzip der kollektiven Intelligenz. Dass diese funktioniert, zeigt der Anstieg der Nutzerzahlen innerhalb von drei Wochen nach Start auf knapp 1.000 Nutzer weltweit. Mittlerweile sind mehr als 300 Smart-City-Lösungen aus über 100 Kommunen integriert. Die Plattform wird so nicht nur zum Werkzeug für die eigene Transparenz, sie ermöglicht auch kosteneffiziente Adaption. Bewährte Smart-City-Lösungen zu adaptieren, spart Geld und Zeit.

energate: Wie sehr hängen Smart Cities vom Ausbau der Verteilnetze für Strom ab?

Gorynski: Urbanisierung und Digitalisierung führen zu einem erhöhten Bedarf an Energie sowie der damit einhergehenden Notwendigkeit einer Optimierung der physischen und technischen Infrastruktur - und dies unter den Vorgaben der gesetzten Klimaschutzziele. In einer digitalisierten Welt sind Verteilernetze die Schnellstraßen der Zukunft. Wir können nur empfehlen, dass die Weiterentwicklung nicht auf Basis des heutigen Bedarfs geschehen darf, sondern über eine ganzheitliche Betrachtung auf zu erwartende Bedarfe der kommenden Dekaden stattfinden muss. Bei der Energieversorgung der Zukunft, die immer mit Zielen der lokalen Energiewende in Verbindung steht, kommt der dezentralen Erzeugung in Smart Grids eine zentrale Bedeutung zu. Zudem müssen sich Stadtwerke mit dem Thema E-Mobilität auseinandersetzen. Nicht zuletzt steht auch Smart Metering auf der Agenda.

Die Fragen stellte Philip Akoto, energate-Redaktion Essen.

In Kooperation mit www.energate-immo.de .

09.03.2018