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Globale Abkühlung - Rückgang der Investitionen in Gewerbeimmobilien sinkt im Rahmen der Erwartungen

Das weltweite Transaktionsvolumen für Gewerbeimmobilien ist im ersten Halbjahr 2019 um neun Prozent auf 341 Milliarden US-Dollar gesunken.

Nach vier Zinsanhebungen durch die US-Notenbank im vergangenen Jahr scheint die Geldpolitik in den USA vor einer Kehrtwende zu stehen. Es wird erwartet, dass die Zinsen in diesem Jahr nach Juli noch mindestens ein weiteres Mal gesenkt werden. Die EZB hat ebenfalls signalisiert, dass sie bereit wäre, zusätzliche Anreize zur Stärkung der Eurozone zu geben, sollte sich das Wachstum abschwächen.

Die Gemengelage aus abnehmender makroökonomischer Dynamik sowohl in Märkten der Schwellenländer als auch in den etablierten Märkten und geopolitischen Risiken, unter anderem den globalen Handelsspannungen sowie einem unklaren Brexit hat dafür gesorgt, dass sich im zweiten Quartal 2019 die Investmentaktivitäten in Gewerbeimmobilien global weiter abgekühlt haben. Das Transaktionsvolumen weist einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent auf und lag bei 174 Milliarden US-Dollar. Damit summiert sich das Halbjahresergebnis auf 341 Milliarden US-Dollar, ebenfalls ein Minus von neun Prozent im Jahresvergleich. „Diese Entwicklung entspricht unseren Erwartungen“, so Hela Hinrichs, JLL EMEA Research. „Neben den bestehenden Risiken haben sich aber durchaus auch Vorteile für den Sektor gezeigt: Die risikofreien Zinssätze sinken weiter, sodass die Finanzierungskosten geringer werden und sich der Spread gegenüber Immobilien zu einem Zeitpunkt ausweitet, da Investoren renditehungriger denn je sind.“ Bei erhöhten Preisen in vielen Märkten weltweit sind die Fundamentaldaten stabil, das Underwriting ist diszipliniert und der Verschuldungsgrad allgemein moderat. Gleichwohl bleiben die Investoren vorsichtig und selektiv.

„Wir gehen davon aus, dass die globalen Investitionen in Gewerbeimmobilien um rund fünf bis zehn Prozent auf etwa 730 Mrd. USD zurückgehen werden. Dabei basiert der Rückgang bei einer weiterhin überdurchschnittlichen Performance des asiatisch-pazifischen Raums auf der Schwäche in den Regionen EMEA und Amerika, insbesondere im Büro- und Einzelhandelssektor“, so Hela Hinrichs.

16.08.2019