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Gestatten: Das digitalste Haus der Welt

Im beschaulichen Dübendorf in der Schweiz entsteht mit dem „DFAB House" das weltweit erste Haus, das weitgehend mit digitalen Prozessen entworfen, geplant und gebaut wurde.

Der In situ Fabricator erstellt mit der Mesh Mould Methode die doppelt gekrümmte tragende Wand des DFAB House (Quelle: Youtube)
Der In situ Fabricator erstellt mit der Mesh Mould Methode die doppelt gekrümmte tragende Wand des DFAB House (Quelle: Youtube)

Die Gemeinde Dübendorf in der Schweiz hat weniger als 30.000 Einwohner. Touristische Attraktionen findet man hier eher nicht. Allerdings könnte ein nur 200 Quadratmeter großes Haus dem beschaulichen Dübendorf einige Aufmerksamkeit bescheren. Denn das „DFAB House" ist weltweit das erste Haus, das weitgehend mit digitalen Prozessen entworfen, geplant und gebaut wurde.

Acht Professoren der renommierten ETH Zürich haben sich das Leuchtturmprojekt ausgedacht. Es wurde von autonomen Robotern digital entworfen und von 3D-Druckern gefertigt. Ab nächsten Sommer soll das Gebäude Gastforschern als Wohn- und Arbeitsort dienen.

Bauteile oder sogar ganze Häuser aus dem 3D-Drucker sind längst keine Weltneuheit mehr. Das besondere am Dübendorfer „DFAB House" ist der konsequente und durchgängige Einsatz digitaler Prozesse und Lösungen. Es kommen verschiedene neuartige, digitale Bautechnologien zum Einsatz.

So digital ist das DFAB House:

  1. Mesh Mould Technologie: Ein autonomer Roboter fertigt ein Stahldrahtgitter als Schalung und als Bewehrung. Dank einer speziellen Betonmischung bleibt der Beton im Gitters und fließt nicht heraus.
  2. Smart Slab: Auf der durch die Mesh Mould Technologie erreichteten doppeltgekrümmten, tragenden Wand liegt ein sogenannter Smart Slab. Dabei handelt es sich um eine Geschossdecke, für deren Schalung die Forscher großformatigen 3D-Sanddruck nutzen.
  3. Smart Dynamic Casting: Diese Technologie kommt bei der Fassade zum Einsatz. In einem automatisierten, robotischen Gleitschalungsverfahren werden maßgeschneiderte Fassadenpfosten aus Beton hergestellt.
  4. Spatial Timber Assemblies: Die beiden oberen Stockwerke mit Einzelzimmern werden durch den Einsatz von Spatial Timber Assemblies in der ETH Zürich vorfabriziert. Diese Arbeit übernehmen kooperierende Roboter, die die Holzbauteile räumlich zusammengefügen.
  5. Smart-Home-Lösungen: Im Gebäude werden außerdem mehrere Geräte und Systeme getestet, die intelligent miteinander kommunizieren, lernfähig sind und das Gebäude so steuern, dass die Energieeffizienz wie auch der Wohnkomfort verbessert werden.

07.07.2017