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Empirica-Preisranking: Schrumpfende Städte?

Die Einwohnerzahl von Berlin und Frankfurt ist im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr nicht mehr gestiegen. Stehen wir vor einer Zeitenwende oder ist das nur eine Verschnaufpause?

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Die Bevölkerungsentwicklung in den Top 7-Städten in Deutschland. (Quelle: Empirica Regio)

Für eine Zeitenwende könnte sprechen, dass es sich um keinen abrupten Trendbruch handelt. Seit einigen Jahren lässt sich eine zunehmende Suburbanisierung aus den Schwarmstädten beobachten: Vor allem junge Familien wandern auf der Suche nach einer großen, aber bezahlbaren Wohnung ins immer entferntere Umland. Außerdem profitieren durch Zuwanderung junger Menschen mittlerweile mehr und mehr Mittelstädte, die bisher eher geschmäht worden sind. Diese Ausweichstädte liegen entweder im weiteren Umland der Schwarmstädte oder entlang von Verkehrsachsen. Und sogar einige ländliche Kreise erleben jetzt eine zarte Zuwanderung von Familien oder zumindest weniger Abwanderung junger Menschen.

Für eine Verschnaufpause könnte die im Lockdown eher abrupt ausgebliebene Zuwanderung aus dem Ausland sprechen. Vielleicht erholt sich auch die innerdeutsche Binnenwanderung, wenn Unis wieder das live-Studium aufnehmen und Bürobeschäftigte aus dem Homeoffice zurückkehren. Aber ob und in welchem Ausmaß das passiert, ist unsicher. Vielleicht werden Investoren, Stadtplaner und nicht zuletzt die Kämmerer schon bald bedauern, dass wir Familien mit teuren und zu kleinen Neubauwohnungen aus den Städten verjagt haben.

Einstweilen steigen die Eigenheim-Preise im Umland erheblich schneller als in den Städten und im Neubau sogar kräftiger als für ETW. Mieter bleiben dagegen verschont: Der Mietanstieg hinkt nicht nur weit hinter den Kaufpreisen zurück, sondern liegt auch im zweiten Quartal in Folge klar unterhalb der Inflationsrate!

Den kompletten Empirica Immobilienpreisindex II/2021 finden Sie hier.

15.07.2021