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E-Mobility für Immobilienunternehmen

Unternehmen und Kommunen können durch emissionsfreie Transporter etwas für die Umwelt und für ihr Budget tun: Denn neben Fördermitteln lohnt auch ein Blick auf die Einsparungen bei Steuern, Betriebs- und Wartungskosten.

Beispiel für E-Mobilität: Die Stadtwerke Halle setzen auch Street Scooter ein (Foto: Stadtwerke Halle)
Beispiel für E-Mobilität: Die Stadtwerke Halle setzen auch Street Scooter ein (Foto: Stadtwerke Halle)

Dieselfahrverbote, Lärmschutz, Schadstoffgrenzen: Elektromobilität ist zunehmend ein Thema für Unternehmen, Handwerksbetriebe und Kommunen. Auch im Immobilienmanagement sind immer mehr Servicemitarbeiter mit E-Mobilen unterwegs. „In den Innenstädten und Vororten sind Dieselfahrzeuge mittlerweile unerwünscht, das wird mehr und mehr verboten. Dem wollten wir entgegenwirken“, sagt Andrea Kruck vom Kölner Hausmeisterservice Adamowicz & Jonek.

Das Unternehmen tauschte seine kleine Dieselflotte gegen drei Elektromobile der Marke Street Scooter aus. Die flitzen jetzt emissionsfrei und flüsterleise durch Köln. „Unsere Fahrzeuge fahren vor allem in der Innenstadt und in Vororten“, sagt Kruck. Zwei Street Scooter werden von den Reinigungskräften verwendet, um von Objekt zu Objekt zu fahren, der dritte transportiert Mitarbeiter und Geräte für Gartenarbeiten. „Kein Lärm, kein Dreck“, sagt Kruck. „Das kommt auch bei den Kunden gut an.“

Sparen nicht nur mit Förderprogrammen
Der Umstieg auf Elektromobilität ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern rechnet sich auch wirtschaftlich. Bund und Länder haben attraktive Förderprogramme aufgelegt, die spürbar dazu beitragen, Kosten zu senken. Der Umweltbonus kommt bundesweit für Unternehmen und Verwaltungen mit eigener Rechtspersönlichkeit zum Tragen. Hier gibt es für den Kaufpreis eines Elektromobils einen Zuschuss von 4.000 Euro.

Auch Betriebskosten und Steuern sind bei Elektronutzfahrzeugen niedriger als bei vergleichbaren Dieseltransportern. Beim Street Scooter beispielsweise lassen sich 60 bis 70 Prozent bei den Energiekosten sparen, die Aufwände für Wartung und Reparatur sind 60 bis 80 Prozent günstiger. Gerade bei den sonst teuren Reparatur- und Serviceleistungen gibt es viel Sparpotenzial.

Zahlen zum E-Mobilität und Street Scooter
maximaler Förderbetrag: 4.000 Euro
Einsparung Energiekosten: 60-70 Prozent*
Einsparung Wartung/Reperatur: 70-80 Prozent*
Reichweite: 205 Kilometer*
Geschwindigkeit: maximal 120 Stundenkilometer*
Nutzlast: bis zu 1.200 Kilogramm* 

*am Beispiel eines Street Scooter

An Nutzfahrzeugen entstehen oft Bagatellschäden, die längere Werkstattaufenthalte notwendig machen. Beim Street Scooter sind die angebauten Fahrzeugteile aus einem speziellen Gewebekunststoff gefertigt, der komplett durchgefärbt ist. Kleinere Kratzer oder Beulen sieht man dadurch nicht sofort und es kann auch nichts rosten. Wenn doch einmal ein Karosserieteil ausgetauscht werden muss, geht das durch den modularen Aufbau nach dem Baukastensystem schnell und günstig. Die Allianz Versicherung offeriert aufgrund der niedrigeren Reparaturkosten bereits Sondertarife.

Ladeinfrastruktur wird mitgeliefert
Unternehmen, die sich für einen Street Scooter entscheiden, unterstützt der Hersteller auch beim Thema Ladeinfrastruktur. Erfahrung ist vorhanden: 6.000 Ladepunkte hat das Unternehmen aus Aachen bereits gemeinsam mit Dienstleistern an den Zentren der Deutsche Post DHL Group aufgebaut. Das Angebot ist ganz auf den Kunden zugeschnitten, angefangen von der Wallbox für das einfache Laden einzelner Fahrzeuge im Betrieb bis hin zu kompletten Flottenlösungen mit intelligentem Lademanagement. Zusätzlich können die E-Mobile aus Aachen auch an nahezu jeder öffentlichen Stromtankstelle oder notfalls sogar an der normalen Steckdose geladen werden.

Auch für das Grünflächenamt der Stadt Bonn fahren schon fünf Elektromobile, weitere sollen folgen. Oberbürgermeister Ashok Sridharan ist zufrieden: „Die Rückmeldungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind überzeugend. Die Street Scooter sind absolut alltagstauglich und haben genug Reichweite, um die im täglichen Einsatz erforderlichen Strecken zurückzulegen. Auch das Handling bewerten die Fahrerinnen und Fahrer sehr positiv.“ Andrea Kruck vom Hausmeisterservice Adamowicz & Jonek stimmt dem zu. „Die Resonanz unserer Fahrer ist durchweg gut.“

In einem ganz anderen Bereich werden die Street Scooter der Stadtwerke Krefeld (SWK) derzeit getestet. Die beiden Elektromobile mit Kofferaufbau sind als Werkstattwagen im Straßenbahnbetrieb und als Gerätefahrzeug für Reinigungstrupps an Haltestellen unterwegs. Die Ladeinfrastruktur war in diesem Fall bereits vorhanden: Zehn Hybridbusse, zwei weitere E-Transporter und fünf E-Pkw sowie eine E-Carsharing-Flotte gehören schon zum Fuhrpark. Die SWK kalkulieren mit einer Nutzungsdauer von bis zu zehn Jahren bei einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern und mehr pro Fahrzeug.

"Ein Werkzeug auf Rädern"
Elektromobile sind für viele Branchen und Einsatzzwecke geeignet. Egal ob klein oder groß, mit Pritsche, Koffer oder mit Sonderaufbau – individuell nach Kundenwünschen und -anforderungen geliefert. „Wir bauen kein Auto, sondern ein Werkzeug auf Rädern“, erklärt Achim Kampker, CEO der Street Scooter GmbH, die Herangehensweise. Im Vordergrund steht dabei die Herausforderung, einen Transporter anzubieten, der Arbeitsabläufe deutlich erleichtert. Das Modell mit Boxaufbau zum Beispiel wird ab Werk mit zwei Schiebetüren geliefert, die beidseitiges Be- und Entladen ermöglichen.

Betriebskostenvergleich zwischen einem Street Scooter und einem vergleichbarem Dieseltransporter (Quelle: Street Scooter GmbH)
Betriebskostenvergleich zwischen einem Street Scooter und einem vergleichbarem Dieseltransporter (Quelle: Street Scooter GmbH)

Speziell für den Garten- und Landschaftsbau gibt es wiederum eine Variante, die sich als fahrende Steckdose nutzen lässt: Elektrische Gartengeräte können im Stand oder während der Fahrtzeit von einem zum nächsten Einsatzort aufgeladen werden.

Ständige Weiterentwicklung
Je nach Modell sind bis zu 200 Kilometer Reichweite, maximal 120 Stundenkilometer und bis zu 900 Kilogramm Nutzlast möglich. An der Weiterentwicklung wird schon gearbeitet. Das Modell Work XL wird eine Ladekapazität von 1.200 Kilogramm beziehungsweise 20 Kubikmeter haben. Auch die Reichweite soll vergrößert werden: „Wir planen zum Beispiel ein Fahrzeug mit Brennstoffzelle, mit dem 500 bis 700 Kilometer kein Problem mehr darstellen“, sagt Kampker. „Und schrittweise werden zudem immer mehr Anwendungsbereiche hinzukommen.“

Street Scooter ist derzeit das größte E-Mobilitätsprojekt in Deutschland und eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Post. Der E-Transporter entstand in einer Kooperation der Deutschen Post mit der RWTH Aachen und wird von der Street Scooter GmbH in Aachen und Düren produziert. In der Paketzustellung fahren inzwischen schon über 7.000 Elektrotransporter, die bis jetzt mehr als 35 Millionen Kilometer zurückgelegt haben und dabei im Jahr 23.000 Tonnen CO2 einsparen.

19.09.2018