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Die Preisverleihung 2018

Große Bühne für die Besten: Am 1. März wurden in Köln in 14 Kategorien die immobilienmanager Awards verliehen. Ein Gala-Abend mit tollen Projekten, glücklichen Siegern und jeder Menge guter Stimmung.

Glückliche Sieger: die Preisträger des immobilienmanager Award 2018 (Foto: Steffen Hauser/immobilienmanager)
Glückliche Sieger: die Preisträger des immobilienmanager Award 2018 (Foto: Steffen Hauser/immobilienmanager)

Eine geeignetere Location kann es für einen Immobilienpreis kaum geben. Denn gleich neben dem Dock.One liegt mit Mülheim-Süd eines der wichtigsten Stadtentwicklungsgebiete in Köln. Dort wo heute noch verwitterte Backstein-Fassaden als Überbleibsel an die Industrie-Geschichte der Stadt erinnern, entsteht schon bald ein komplett neues Stadtviertel mit hunderten neuer Wohn- und Arbeitsplätze. Immobilien- und Stadtentwicklung zum Greifen nah.

Die Gäste der Preisverleihung des immobilienmanager Awards 2018 dürften dennoch kaum mehr als einen flüchtigen Blick für die sie umgebende Industrieromantik gehabt haben. Schließlich ging es im Innern des Dock.One nicht um Zukünftiges, sondern um bereits Geleistetes. In 14 Kategorien galt es, die besten Immobilienprojekte, -dienstleistungen, -strategien und –köpfe des Jahres auszuzeichnen.

Wie jedes Jahr hatten sich zahlreiche Immobilienunternehmen mit Ihren Leistungen um einen Award beworben. In elf Kategorien hatten es jeweils drei Finalisten auf die Shortlists geschafft. Lediglich das beste Stadtentwicklungsprojekt, den Kopf des Jahres und den Lifetime Award vergab die Jury direkt.

Den ersten Award des Abends durfte die aik Immobilien-Investmentgesellschaft in die Höhe strecken. Nach Ansicht der Jury gelingt es der aik seit Jahren mit der Performance ihrer Fonds auch in angespannten Marktphasen deutlich über dem Branchen-Index zu performen. Stellvertretend für das erfolgreiche Timing standen dabei zwei Verkäufe in London und Paris mit Aufschlägen von 50 und 71 Prozent beim Exit.

Der Sieger in der Kategorie Finanzierung stammt in diesem Jahr aus Österreich und heißt CA Immobilien Anlagen AG. Dabei gab es die Auszeichnung nicht für die Finanzierung einer einzelnen Immobilie, sondern für die umfassende Refinanzierung des internationalen Bestandes sowie der großen Entwicklungspipeline des Unternehmens. Durch einen Mix aus Anleihen, Wandelschuldverschreibungen und Bankfinanzierungen war es der CA Immo gelungen den Zinsaufwand und den Loan-To-Value zu verringern, längere Laufzeiten für die neuen Kredite und die Finanzierung der üppigen Projektpipeline zu sichern. Und das alles trotz einem ursprünglich schlechten Kreditrating und einem schwierigen Immobilienportfolio.

Im vergangenen Jahr war der Preis für das „Proptech des Jahres“ noch eine Premiere gewesen. In diesem Jahr sind die Themen Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle längst Kernthemen der Branche. Und auch der diesjährige Preisträger Architrave hat sich mit seiner digitalen Asset Management-Plattform bereits etabliert. Dem Start-up sei ein Quantensprung für Asset Management-Prozesse mit einer hohen Skalierbarkeit gelungen, lobte die Jury die Plattform, über die bereits mehr als 2.800 Assets im Wert von 55 Milliarden Euro gemanagt werden.

Alle Sieger des immobilienmanagerAward 2018

Kategorie Preisträger Projekt/Zugehörigkeit
Investment aik Immobilien-Investmentgesellschaft mbH Performance-optimierte Investmentstrategie
Finanzierung CA Immobilien Anlagen AG Umfassende Refinanzierung des internationalen Bestandes sowie der großen Entwicklungspipeline
PropTech des Jahres Architrave GmbH Architrave - Asset Management Plattform
Nachhaltigkeit STRABAG Real Estate GmbH STRABAG Real Estate Mehrfachzertifizierung
Management Art-Invest Real Estate Management GmbH & Co. KG Le Méridien, Frankfurt
Vermittlung & Beratung Clifford Chance Deutschland LLP Clifford Chance berät RFR bei Verkauf des "Primus"-Portfolios an Signa
Stadtentwicklung Wien 3420 Aspern Development AG Aspern - die Seestadt Wiens
Kommunikation PANDION AG PANDION THE HAUS
Social Responsibility ULI Germany UrbanPlan
Projektentwicklung Bestand denkmalneu GmbH Schaeffler2.0, Bamberg
Projektentwicklung Neubau PRIMUS Projekt UDQ GmbH & Co KG WOODIE, Hamburg
Student(in) des Jahres Florian Ebrecht EBZ Business School Bochum
Kopf des Jahres Dr. Markus Wiedenmann Art-Invest Real Estate Management GmbH & Co. KG
Lifetime Dr. Frank Billand Union Investment Real Estate GmbH
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Video-Interviews mit allen Siegern können Sie sich in den jeweiligen Preisträger-Kategorien anschauen.

In Sachen Nachhaltigkeit hatte in diesem Jahr Strabag Real Estate die Nase ganz vorn. Den immobilienmanager Award gab es für die die „Mehrfachzertifizierung Neubau Büro und Verwaltungsgebäude“, die das Unternehmen gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen erarbeitet hat. Die neue Zertifizierung sei ein gelungenes Beispiel für die die Lösung des Konflikts zwischen flexiblen Projektanforderungen und fixierten Nachhaltigkeitskriterien.

Der nächste Preisträger war in der Kategorie Management gesucht. Hier triumphierte Art-Invest Real Estate Management mit dem Le Méridien in Frankfurt am Main. Ihr war eine wahre Mammutaufgabe gelungen, an der sich zuvor gleich mehrere Investoren die Zähne ausgebissen hatten: Eine insolvente Eigentümergesellschaft, ein Betreiber, der die Pacht nicht mehr bezahlen konnte und obendrein ein von außen zwar ansehnliches, allerdings seit 20 Jahren nicht mehr renoviertes Hotelgebäude. Art-Invest räumte alle Probleme aus dem Weg und fand für das Hotel kurz nach der Fertigstellung auch noch einen Endinvestor aus Singapur.

Big Deals und ein Vorzeigeprojekt in Wien
Es war mit einem Kaufpreis von 1,5 Milliarden Euro einer der größten Immobilien-Deals in Deutschland im Jahr 2017 und so war es nicht wirklich überraschend, dass sich Clifford Chance für sein Mandat beim Verkauf des Primus-Portfolios an Signa den Award in der Kategorie Vermittlung & Beratung sichern konnte. Neben der reinen Größe des Deals überzeugte auch die äußerst kurze Zeitspanne, eine komplexe rechtliche Struktur mit zwei Assetdeals, drei Sharedeals und einem Forward-Deal, sowie die Tatsache, dass verschiedene rechtliche Regime mit Luxemburg, Deutschland, Österreich und den USA beteiligt waren.

Mit dem Preis für das beste Stadtentwicklungsprojekt ging in diesem Jahr der zweite immobilienmanager Award nach Österreich. Bis 2028 entsteht im Nordosten Wiens auf insgesamt 240 Hektar der neue Stadtteil „Aspern - die Seestadt Wiens“ mit Wohnraum für mehr als 20.000 Menschen. Bestandteile sind unter anderem das weltweit höchste Holzhochhaus, ein Mobilitätsmix, der nur zu 20 Prozent auf motorisierten Verkehr setzt, ein mit Grundwasser gespeister See und ein Anteil öffentlicher Flächen von rund 50 Prozent. Vorbildlich schätzt die Jury nicht nur die vorausschauende Infrastrukturplanung ein, sondern auch das hohe Maß an Öffentlichkeitsarbeit, was Aspern zu einem der innovativsten Stadtentwicklungsgebiete Europas mache.

Im zweiten Teil der Preisverleihungen ging es zunächst um besonders gelungene Kommunikationskonzepte. Als Paradebeispiel sah die Jury dabei „The Haus“ von der Pandion AG an. Durch eine Street-Art-Galerie als temporäres Kunstprojekt war es dem Konzept gelungen, Aufmerksamkeit auf einen eher unattraktiven Standort für ein projektiertes Wohnhaus zu lenken, Vandalismus zu verhindern und die mediale Bühne für den Vertrieb des Neubauprojektes des in Berlin noch unbekannten Kölner Projektentwicklers zu bereiten. Sein Erfolg brachte „The Haus“ nun auch den immobilienmanager Award 2018 ein.

Mit seiner Ausbildungsinitiative Urban Plan ist es dem Urban Land Institute gelungen, bei jungen Menschen mehr Bewusstsein für die Herausforderungen und Chancen der Immobilienwirtschaft zu schaffen. Gleichzeitig hilft das Engagement stellvertretend auch der gesamten Branche und den Immobilienunternehmen als potenziellen Arbeitgebern. Damit sei es ein beispielhaftes Projekt, das eine große Wirkung nach Innen und Außen erreicht – und sich als Gewinner in der Kategorie Social Responsibility bezeichnen darf.

Als beste Projektentwicklung im Bestand setzte sich das Schaeffler 2.0 in Bamberg durch. Der Projektentwickler hat einen dem Verfall preisgegebenen Industriestandort innerhalb von fünf Jahren in ein lebendiges Stadtquartier verwandelt. Auf dem 5,8 Hektar großen ehemaligen Produktionsgelände der Schaeffler Gruppe im Bamberger Norden entwickelte die Denkmalneu GmbH elf höchst individuelle Objekte und schuf ein autofreies Viertel für unterschiedliche Bewohner- und Nutzer vom Reihenhaus für Familien über Studentenwohnungen bis hin zu einem Bürogebäude und einem Kulturzentrum.

Ein Projekt mit echtem Pilotcharakter triumphierte anschließend in der Kategorie Projektentwicklung Neubau. Auf dem ehemaligen IBA-Gelände in Hamburg-Wilhelmsburg errichteten Primus Projekt UDQ ein nachhaltiges Gebäude mit 371 Wohnungen aus Holz. Der Clou: Die einzelnen Holzmodule sind komplett vorgefertigt und sitzen auf einem Sockel aus Stahlbeton. Durch dieses Konzept konnte die gesamte Bauzeit auf neun Monate reduziert werden – statt der konventionell üblichen 24 bis 30 Monate.

Die Preisträger der persönlichen Auszeichnungen
Den Abschluss der Preisverleihungen stellen die persönlichen Auszeichnungen dar. Den Auftakt machte der „Student des Jahres“. Mit Florian Ebrecht von der EBZ Business School Bochum kürte die Jury einen jungen Mann mit ungewöhnlichem Lebenslauf, der einen beeindruckenden Weg vom Elektriker zum Masterabsolventen und junger Führungskraft mit Prokura und Personalverantwortung gemeistert hat. Sowohl seinen Bachelor- als auch seinen Masterabschluss absolvierte er dabei berufsbegleitend.

Als Kopf des Jahres durfte sich Dr. Markus Wiedenmann, Gründer und Geschäftsführer von Art-Invest Real Estate, feiern lassen. Mit seiner offenen und verantwortungsvollen Art habe er im vergangenen Jahr besondere Akzente in der Branche gesetzt und ungewöhnliche Projekte auf den Weg gebracht, darunter das 52HI in der Kölner Hohe Straße und die Umgestaltung des ehemaligen Temmler-Areals in München. Dabei bringe er wirtschaftlich erfolgreiche Investments mit hochwertiger Architektur und verantwortungsvollem Städtebau zusammen und habe immer wieder über den Tellerrand des eigenen Schaffens hinaus geblickt.

Verantwortungsbewusstsein, Offenheit und Weitsicht sind auch Merkmale, die in der Laudatio für den Lifetime Award ihren Platz fanden. Denn in diesem Jahr ging die Auszeichnung an den ehemaligen Vorstand der Union Investment Real Estate, Dr. Frank Billand. Er hatte über drei Jahrzehnte in verschiedenen führenden Positionen die Professionalisierung der Immobilienwirtschaft vorangetrieben und sich insbesondere um die Weiterentwicklung von Corporate Governance und Ausbildung verdient gemacht. Über verschiedene Stationen im Essener Hochtief-Konzern prägte Dr. Billand über eineinhalb Jahrzehnte die Geschicke des Hamburger Investmenthauses, zuletzt als Chief Investment Officer. Hervorzuheben sei auch sein Einsatz für die Asset-Management-Initiative BAMBI, betonte die Jury. Hier habe er großen Anteil daran, dass sich führende deutsche Asset Manager, die teilweise untereinander im Wettbewerb stehen, gemeinsam für Branchenstandards stark machen. Als seriöser und stiller Vertreter seiner Zunft habe sich Dr. Billand den Ruf eines bodenständigen und sympathischen Geschäftsmannes erarbeitet, der in seinem Gegenüber stets die Person und nicht die Position sieht.

Autor: Markus Gerharz

16.08.2018