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Deka Immobilien Research: Hotelmarkt Deutschland

Im neunten Jahr in Folge setzte sich 2018 das Wachstum im Tourismus fort. Mit knapp 480 Millionen Übernachtungen ergab sich ein Anstieg von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr.

2018 hat sich die Zahl der Übernachtungen in Deutschland um vier Prozent auf 480 Millionen erhöht. Bei ausländischen Gästen stieg sie um 4,5 Prozent nach 3,7 Prozent im Vorjahr. Nennenswerte Zuwächse gab es aus Polen (13 Prozent), Spanien (9 Prozent), Italien und den USA (jeweils 7 Prozent). Bei Inländern belief sich der Anstieg 2018 auf 3,9 Prozent nach 2,5 Prozent im Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2019 stieg die Übernachtungszahl gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,8 Prozent.

Die Hotelauslastung stieg 2018 landesweit um 0,7 Prozent auf 71,7 Prozent. Der durchschnittliche Zimmerpreis erhöhte sich um 1,8 Prozent, wodurch sich ein Ertragszuwachs (RevPAR) von 2,4 Prozent einstellte. Unter den sechs Top-Standorten registrierten Berlin und München Ertragsanstiege von knapp sieben Prozent beziehungsweise 3,4 Prozent. Ertragsrückgänge verzeichneten dagegen Frankfurt und Hamburg mit jeweils 2,5 Prozent und Düsseldorf und Köln mit knapp 8 Prozent bzw. 5 Prozent aufgrund zyklisch schwacher Messejahre. Von Januar bis Juni 2019 stiegen Auslastung und Zimmerpreise landesweit im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent bwziehungsweise 2,7 Prozent, sodass der RevPAR einen Zuwachs von 3,4 Prozent verbuchte.

Das Transaktionsvolumen für Hotels hat 2018 im Vergleich zum Vorjahr leicht abgenommen und erreichte 3,9 Milliarden Euro. Der Hotel-Anteil am gesamten Investmentvolumen gewerblicher Immobilien in Deutschland betrug fünf Prozent (Vorjahr sechs Prozent). Für 2019 wird ein Hotelinvestmentvolumen von rund drei Milliarden Euro prognostiziert. Im ersten Halbjahr wurden 1,5 Milliarden Euro investiert, 20 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten 2018.

2019 dürften in den sechs Top-Märkten rund 8.400 Zimmer in 44 Projekten fertiggestellt werden, für die kommenden fünf Jahre befinden sich rund 24.000 Zimmer in Bau beziehungsweise konkreter Planung. In Hamburg mit einer Pipeline von fast 8.000 Zimmern ist das Angebot in den beiden vergangenen Jahren stärker gewachsen als die Zahl der Übernachtungen. Hier dürften Auswirkungen auf die Performance unvermeidlich sein. Einem vom Messezyklus abhängigen Standort wie Düsseldorf dürfte die starke Ausweitung des Angebots insbesondere in messeschwachen Zeiten Preisrückgänge bescheren. In München und Berlin legte trotz starker Angebotsausweitung die Nachfrage noch stärker zu. Auch in Köln droht angesichts der bescheidenen Zuwächse beziehungsweise Bestandsrückgänge der vergangenen Jahre kein Überangebot.

16.08.2019