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Darum kommt BIM in Deutschland nicht voran

Building Information Modeling (BIM) bietet bei Planungsprozessen klare Vorteile. Dass es sich in Deutschland bisher dennoch nicht durchsetzen konnte, hat allerdings Gründe.

Startposition
In anderen Länder längst etabliert, ist BIM in Deutschland noch nicht durchgestartet (Bild: viafilms/iStockphoto)

Ein höherer Planungsaufwand und das Vorziehen von Planungsentscheidungen, zusätzliche Managementkapazitäten, finanzieller Anpassungs- und Schulungsaufwand in der Einführungsphase sowie technisch nicht vollständig ausgereifte Softwarelösungen und fehlende gesetzliche Vorgaben – Die Liste an Argumenten die BIM ausbremsen ist lang.

BIM-Systeme nicht optimal
In der Theorie sollen alle am Bauprojekt Beteiligten freien Zugang zum BIM-Gebäudemodell haben und ihre Arbeiten, Ideen, Daten, Planungen in dieses eintragen. Das nennt sich „ open BIM “. Diese Vorgehensweise stellt zum jetzigen Zeitpunkt allerdings keine Realität dar. Die heute verfügbaren Systeme lassen eine solche Arbeitsweise noch nicht zu. Der momentane Ablauf der Bauprojekte mit BIM ist demnach ein Mittelweg zwischen der üblicherweise getrennten Arbeitsweise aller Fachplaner und der Arbeit an einem open BIM.

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Weil die Koordination und Verwaltung der einzelnen Fachmodelle und deren Zusammensetzung nötig ist, wird prinzipiell die Einsetzung eines BIM-Managers beziehungsweise eines BIM-Administrators gefordert. Dessen Aufgabe soll hauptsächlich darin bestehen, gemeinsam bearbeitete Gebäudedatenmodelle nach Schlüssigkeit und Konsistenz zu überprüfen.

BIM muss juristische Hürden überwinden
Für den juristischen Bereich stellt sich die Frage, wie die enge Zusammenarbeit der Baubeteiligten adäquat in den Griff zu bekommen ist. Hier sind zum einen vertragsrechtliche Lösungen zu finden, aber auch die Diskussion über die Einführung einer BIM-Richtlinie ist nicht zu umgehen. Weiter stellt sich die Frage nach den derzeitigen Regelungen in der HOAI und ob diese mit BIM vereinbar sind.

Für den technischen und personellen Bereich gilt es, die zur Verfügung stehende Software weiter auszubauen und deren Anwendung zu schulen. Außerdem sind Versicherungs-, Haftungs-, und Urheberrechtsfragen mit einem neuen Blickwinkel auf BIM zu klären.

Autor: Klaus Beine ist Rechtsanwalt, Notar und Partner bei der Beiten Burkhardt Rechtsanwaltsgesellschaft.

25.04.2016