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Corona: Immobilienwirtschaft solidarisiert sich - 2. Teil

Positive Schlagzeilen sind rar in diesen Tagen. Doch wir haben sie gesucht und gefunden: die guten Nachrichten der Woche.

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Gemeinsam durch die Krise: Auch in dieser Woche gab es wieder zahlreiche positive Meldungen ganz im Zeichen der Solidarität. (Bild: Adi Goldstein/Unsplash)

Schon am vergangenen Freitag haben wir die positiven Meldungen der Woche gesammelt ( hier lesen ) - nun liefern wir ein Update. Denn auch in der Immobilienwirtschaft zeichnet sich aufgrund der Corona-Krise eine Konzentration auf das Wesentliche ab: Auf Tugenden, die lebensnotwendig für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft sind. Von besonderer Bedeutung ist in diesen Tagen die Solidarität.

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Damit keinem LEG-Mieter die Decke auf den Kopf fällt: 100 Boxen zur heimischen Bespaßung. (Bild: LEG-Immobilien-Gruppe LinkedIn)

LEG mit Aktion gegen Lagerkoller

Mit einer praktischen Spende an 100 Haushalte machte die LEG-Immobilien-Gruppe auf sich aufmerksam: „Um unseren kleinen und großen Mieterinnen und Mietern diese schwierige Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten, haben wir, gemeinsam mit unserer neuen Stiftung ‚Dein Zuhause hilft‘, 100 Boxen mit Spiel- und Beschäftigungsmaterial in unseren Objekten verteilt“, verkündete das Unternehmen in sozialen Medien. Zudem stellte die LEG auf ihrer Website unter dem Motto „Gemeinsam durch die Corona-Krise“ ein 10-Punkte-Papier für Schutz und Absicherung von Kunden und Mitarbeitern vor.  

Hotel als kostenlose Alternative zum Homeoffice

Wer in Braunlage im Harz keine Möglichkeit hat sein eigenes Zuhause als Homeoffice zu nutzen, dem wird eine kostenlose Ausweichmöglichkeit angeboten: Das The Hearts Hotel setzt den durch die Corona-Krise bedingten Leerstand sinnvoll ein und macht seine Zimmer als Hotel-Offices der Digitalbranche zugänglich. Auch Startups, die sich für die Bekämpfung der Corona-Pandemie einsetzen, können ihre Mitarbeiter in das Hotel am Nationalpark Harz verlegen.

Sofortprogramm gestartet

Immoscout24 startete vergangene Woche mit einem Hilfspaket ein Sofortprogramm, bestehend aus drei Maßnahmen: den gewerblichen Kunden wird ein Zahlungsaufschub von bis zu neun Monaten gewährt, private Anbieter können ab dem 27. März für einen Monat kostenlos inserieren und bestehenden Makler-Kunden hilft das Unternehmen nach der Krise mit zusätzlichen kostenlosen Mandaten. Mehr als 1000 Kunden haben inzwischen auf das Hilfspaket reagiert. Zudem veröffentlicht Immoscout24 umfangreiche Informationen und Antworten zu Immobilien in Zeiten der Corona-Pandemie .

Umschichtung in Corona-Hilfsfonds

Die Deutsche Wohnen schlägt ihren Aktionären statt der gewohnten 65 Prozent der operativen Erträge (FFO) eine Quote von nur 60 Prozent vor. Mit dem gesparten Geld soll ein etwa 30 Millionen schwerer Corona-Hilfsfonds finanziert werden, der Mietern, Handwerkern und Dienstleistern des Konzerns zur Hilfe kommt, die durch das Corona-Virus in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.  „Wer gehen davon aus, dass unsere Aktionäre unserem Vorschlag zustimmen und ein starkes Signal der Unterstützung senden“, so Michael Zahn, CEO der Deutsche Wohnen.

Homeoffice-Offensive

Mit einem zweimonatigen kostenfreien Testzugang unterstützt das Datenmanagementunternehmen Evana die Immobilienbranche bei der Umstellung auf flexible Onlinelösungen für das Arbeiten von Zuhause. Auch für Bestandskunden des Proptechs gibt es Hilfe: sie müssen für zwei Monate keine Onboardingkosten für neue Objekte zahlen. „Die Anfragen, wie Unternehmen auf ihre Dokumente und Daten aus dem Homeoffice zugreifen können, haben in den vergangenen Tagen stark zugenommen“, erklärte Sascha Donner, Chief Innovation & Product Officer bei Evana. „Das betrifft vor allem die schnelle Migration von bestehenden Insellösungen.“

Verzicht auf Kündigungen

Wie bereits zahlreiche Immobilienunternehmen, unterstützt nun auch die Magdeburger Wohnungsgesellschaft Wobau ihre Mieter: Stundungen werden verlängert und Mieterhöhungen sowie fristlose Kündigungen für die Mieter der rund 19.500 Wohneinheiten ausgesetzt. Ebenfalls geschützt sind die mehr als 450 Wobau-Gewerbemieter in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts, deren Geschäfte aufgrund des Corona-Virus geschlossen bleiben müssen. Eine vorbildliche Idee ist der Ausbau eines Nachbarschaftshilfe-Netzwerks, für das Wobau einen Flyer zum Ausdrucken zur Verfügung stellt.

Vorbildfunktion und gesellschaftliche Verantwortung

Einen Schritt weiter geht Hessens größtes Wohnungsunternehmen Nassauische Heimstätte Wohnstadt (NHW): Neben dem Aufschub von Mieterhöhung sowie dem Verzicht Kündigungen und Räumungen , bietet die NHW für ältere Mieter einen kostenlosen Einkaufsdienst an. „Als Landesunternehmen mit überwiegend öffentlichem Auftrag haben wir eine Vorbildfunktion und eine besondere gesellschaftliche Verantwortung, der wir selbstverständlich auch in dieser schweren Zeit nachkommen wollen“, begründete der Leitende Geschäftsführer Dr. Thomas Hain. „Unser Ziel ist es, die durch die tiefen ökonomischen Einschnitte drohenden Folgen für unsere Mieter soweit wie möglich abzumildern.“

Wir machen den Check: Mit welchen Maßnahmen reagiert Ihr Unternehmen auf die Corona-Krise? Wie sind Ihre Erfahrungen? Welche Erfolgserlebnisse gibt es, aus denen andere lernen können? Schreiben Sie uns: redaktion@immobilienmanager.de

Autor: Thorsten Schnug

27.03.2020