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Corona-Ausblick: So kann sich die Pandemie entwickeln

Wie es an den Immobilienmärkten weitergeht, hängt vor allem davon ab, wie sich die Infiziertenzahlen der Corona-Pandemie entwickeln. Deshalb beleuchtet unser Gastautor Karsten Kamps an dieser Stelle fortlaufend die aktuellen Zahlen und gibt Prognosen ab.

Wie so häufig bei Statistik gibt es Fragen zur Plausibilität der uns berichteten Zahlen. Ich freue mich aufgrund der positiven Zahlen, die ich hier noch einmal selbst stark in Zweifel ziehe, dass dieser Artikel aus gutem Grund der Letzte sein wird. Solange nicht im Herbst noch ein Wunder einer neuen Welle geschehen wird. Aber zunächst die Fakten:

  1. Die Infizierten stiegen um 1.300 täglich seit Samstag letzter Woche und haben sich quasi exakt zu unserer Vorhersage um circa 400 weniger Infizierte täglich verbessert. Dieser Trend wird auch weiter anhalten. Siehe dazu Vorhersage bis Mitte Mai.
  2. Die Zunahme der Gesundeten haben sich schlechter als vorhergesagt entwickelt, so dass die Netto-Infizierten mit knapp 36.000 um knapp zehn Prozent höher lagen, als erwartet. Im Mittel der letzten fünf Tage stiegen die Gesundeten um 2.700 täglich, während in den fünf Tagen davor die Gesundeten um 3.800 zugenommen haben. Die fünf Tage noch davor zeigten täglich 4.200 mehr Gesundete. Dazu mehr gleich...
  3. Die Opferzahlen fallen seit dem Beginn des letzten Wochenendes signifikant im Tagesdurchschnitt von 210 täglich in den fünf Tagen vor Samstag auf 130 von Samstag bis gestern.
 

Warum die Gesundeten Zahlen über die letzten 15 Tage signifikant langsamer gestiegen sind, ist mir ein Rätsel. Denn gleichzeitig sind die Infiziertenzahlen abzüglich der Opferzahlen in den drei bis sechs Wochen davor um etwa 5.000 gestiegen (dies relativ konstant täglich). Wenn grob die Zeit bis zur Gesundung oder Tod circa drei bis sechs Wochen beträgt, müssten die Neuinfizierten aus dieser Zeit doch heute entweder gesund sein oder sterben. Rechnerisch bleibt eine Lücke von über 2.300 Fällen täglich, die weder infiziert noch gesund noch tot sind… Sicher ist nur, dass die Gesundeten Angaben immer Schätzungen und sogenannte "freiwillige Angaben“, also wohl nicht verlässliche Angaben sind.

Der Krankheitsverlauf ist zugegeben eine etwas schwierig zu recherchierende Zahl. Aber es ist grob sicherlich nicht ganz falsch, dass zwischen der Inkubationszeit bis zum Tod durchschnittlich drei bis sechs Wochen vergehen. Vor allem sind die stetig geringeren Gesundetenzahlen der letzten 15 Tage unerklärlich und unlogisch. Man kann deswegen den John Hopkins Gesundeten Zahlen meines Erachtens nicht mehr viel Glauben schenken. Zumindest in dieser letzten Phase der Pandemie.

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Würde übrigens die Annahme von 5.000 Gesundeten täglich über die letzten 15 Tage stimmen, dann hätten wir heute nicht noch 36.000 Netto-Infizierte, sondern nur 13.000 Netto-Infizierte. Das klingt als hätten wir in drei Tagen keine Netto-Infizierten mehr. Aber rechnerisch würde die Zahl nie auf Null sinken, solange wir täglich Neuinfizierte haben und die Dauer bis zur Gesundung drei bis sechs Wochen beträgt. Aber man kann festhalten, dass die Zahl der Infizierten und damit die Gefahr einer Ansteckung inzwischen auf weit unter 36.000 gesunken ist und auch darunter bleiben wird.

Das bedeutet eine Ansteckungsgefahr von eins zu 2800 (unterstellt 36.000 Netto-Infizierte) oder eins zu 6500 (13.000 Netto-Infizierte). Diese Gefahr tritt natürlich nur dann ein, wenn ich dem Infizierten sehr nahe komme (15% Ansteckungsgefahr innerhalb der Familie!). Und selbst dann ist die Gefahr, einer lebensgefährlichen Pneumonie laut RKI bei 3 Prozent. Damit liegen wir bei einer Wahrscheinlichkeit der lebensgefährlichen Ansteckung von eins zu 1,4 Millionen. Da ist selbst das Fahrradfahren gefährlicher…  

So stellt sich die Frage, ob wir der Statistik und auch der Gefahr einer Infizierung inzwischen überhaupt einen großen Wert entgegen bringen sollten. Ich bin deswegen der Meinung, dass auch eine weitere Vorhersage über noch mehr sinkende Zahlen wenig Sinn macht. Aber vielleicht gibt es ja im Herbst wieder Anlass bei einer zweiten Welle, den Bericht wieder aufzunehmen. Bis dahin wird hoffentlich die Wirtschaft und das Leben wieder so pulsieren, wie wir es uns alle wünschen.

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30.04.2020