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Building Information Modeling: Neue Berufe durch BIM

Noch hat das Building Information Modeling (BIM) in Deutschland mit Kinderkrankheiten zu kämpfen. Doch es entstehen bereits neue Immobilienberufe durch BIM.

Building-Information-Modeling-Aufmacher
BIM macht den Weg frei für neue Karrieren (Bild: Joshua Sortino/unsplash.com)

Building Information Modeling ist es, alle Teilplanungen aufeinander abzustimmen und Kollisionen zu vermeiden. Im Zuge dieser Entwicklung hat sich das Berufsbild des BIM-Managers herausgebildet. Der BIM-Manager bildet eine Schnittstelle für die Steuerung, Kontrolle und Koordination des Informationsflusses im Gesamtprojekt.

BIM-Manager
Das Berufsprofil weist viele Übereinstimmungen mit Aufgaben aus den Bereichen Bauingenieurwesen und Architektur auf. Daher liegt es nahe, dass viele BIM-Manager aus diesen Reihen hervorgehen. Aber auch Generalplaner oder Projektsteuerer sind prädestiniert.

Neben dem notwendigen technischen Knowhow verlangt das Berufsbild zudem eine ausgeprägte Kommunikationskompetenz. Als zentraler Ansprechpartner benötigt der BIM-Manager Führungsqualität und Durchsetzungsvermögen, um die Beteiligten anzuleiten und ein optimales Zusammenspiel zu Gunsten des Projektablaufs zu ermöglichen.

BIM-Koordinator
Das zweite Berufsbild, das sich im Zuge der Einführung von BIM herauskristallisiert, ist das des BIM-Koordinators, der in der Planungs- und Realisierungsphase für die Datenverwaltung, das Erstellen und die Pflege von BIM-Modellen und deren Dokumentation verantwortlich ist.

Grundsätzlich haben BIM-Koordinatoren darauf zu achten, dass die vereinbarten BIM-Vorgaben aus dem BIM-Abwicklungsplan (BAP) eingehalten werden und die Datensicherheit und -qualität gewährleistet wird. Der BIM-Koordinator agiert sozusagen als Kontrollinstanz und ist für die kontinuierliche Qualität und Konformität der hochkomplexen Planungsdaten verantwortlich. Durch die Nähe zu den Gebäudedaten besteht vor allem für Architekten in diesem Berufs- beziehungsweise Aufgabenfeld eine große Chance.

Als Arbeitsweise fordert BIM von allen Projektbeteiligten Teamfähigkeit und ein transparentes Vorgehen im gesamten Projektablauf. In der Aus- und Weiterbildung zum BIM-Manager oder BIM-Koordinator muss es also nicht nur darum gehen, Software-Kenntnisse zu vermitteln, sondern vor allem Prozessdenken und -organisation vor dem Hintergrund einer fachübergreifenden Zusammenarbeit zu lehren.

Noch fehlt die Ausbildung
In Deutschland gibt es bislang nur wenig qualifizierte und unabhängige Aus- und Weiterbildungsangebote für BIM-Verantwortliche. Auch haben es weite Teile der Hochschullandschaft bislang versäumt, entsprechende Inhalte in die Lehre aufzunehmen.

Unternehmen und Projektverantwortliche müssen sich eigene Wege suchen, die BIM-Methode in die Arbeitsprozesse zu implementieren. Dazu ist es besonders wichtig, auch nach Einführung von BIM nicht den Anschluss zu verlieren und in regelmäßige Aus- und Fortbildungen zu investieren.

Autor: Mario Billep ist Teamleiter CAD und BIM bei AGN Niederberghaus & Partner.

07.06.2016

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