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"Gibt es etwas, das Dich entlasten könnte?"

Durch die Pandemie sind auf Führungskräfte und Mitarbeiter ganz neue Aufgaben zugekommen. Ein Auszug aus unserer aktuellen Printausgabe mit dem Schwerpunkt "Verantwortung". Heute: Berlin Hyp.

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Soziale Kontakte per Videocall helfen im Homeoffice. (Bild: Montgomery/Unsplash)

Normalerweise arbeiten rund 580 Mitarbeiter in den Büros der Berlin Hyp, derzeit sind nur zehn Prozent vor Ort. „Nicht nur für die Mitarbeiter, auch für die Führungskräfte ist die Zeit eine große Herausforderung“, sagt Sabine Olejnik, Bereichsleiterin der Berlin Hyp, und erklärt: „Die Mehrzahl der Mitarbeiter kommt gut mit dem Arbeiten im Mobile Office zurecht, arbeitet selbständig und strukturiert. Andere benötigen ein bisschen mehr Aufmerksamkeit.“

Um dem Bedürfnis nach sozialen Begegnungen zu entgegnen, haben sich die Teams zum Teil eigene Skype-Lunch- oder After-Work-Termine gesetzt. „Gleichzeitig hat die Kommunikation zahlreiche Formate entwickelt mit Tipps und Tricks im Umgang mit der neuen Situation. Bei allem Ernst war uns sehr wichtig, dass wir den Humor und das Zwischenmenschliche nicht verlieren. Da wurde dann schon auch mal der Vorstand für eine Sport-Video-Challenge zum Vorturner im heimischen Garten. Der virtuelle Nikolaus streifte durchs Intranet, und die Mitarbeiter bekamen ein Weihnachts-Paket mit Punsch & Co.“

Nicht unproblematisch sei die Einhaltung der Arbeitszeiten, die durch einen Tarifvertrag geregelt sind. Arbeiten am Abend oder am Wochenende sind nicht vorgesehen. „Trotzdem wundere ich mich, zu welchen Zeiten manche Kollegen noch Mails verschicken“, sagt Olejnik. Erklären kann sie sich das schon: „Bei vielen kommt dies durch die Mehrfachbelastung mit Kindern. Um in Ruhe arbeiten zu können, stehen Kollegen extrem früh auf, arbeiten dann ein paar Stunden für das Unternehmen, kümmern sich anschließend um die Kinder und setzen sich später wieder an den Schreibtisch.“

Dass sich seit dem Arbeiten im Homeoffice die Zahl der Krankmeldungen drastisch reduziert hat, wundert und besorgt die Expertin. „Das heißt ja nicht automatisch, dass die Leute alle gesund sind“, sagt sie und rät dazu, Mitarbeitern aufmerksam zuzuhören und in Videokonferenzen genau anzuschauen. „Sehen sie kränklich oder erschöpft aus, muss ich das thematisieren und fragen: Wie geht es Dir? Gibt es etwas, das Dich entlasten könnte?“

Dieser Beitrag stammt aus der immobilienmanager Ausgabe 3-2021 (Autorin: Ines Rákóczy)

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24.03.2021