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Sanitärcontainer statt Dixi-Klo

Durch die Pandemie sind auf Führungskräfte und Mitarbeiter ganz neue Aufgaben zugekommen. Ein Auszug aus unserer aktuellen Printausgabe mit dem Schwerpunkt "Verantwortung". Heute: Bauwens.

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Dixi-Toiletten durch Sanitärcontainer ersetzen – das ist eine hygienisch sinnvolle Maßnahme in der Corona-Zeit. (Bild: Maculan/Unsplash)

Auch beim Projektentwickler Bauwens hat die Pandemie die Arbeitsabläufe gründlich durchgerüttelt, Führungskräfte, Mitarbeiter und Nachunternehmer vor ganz neue Herausforderungen gestellt.

„Wir unterscheiden die Situation im ersten und zweiten Lockdown“, sagt Kai Pickhardt, Personalchef bei Bauwens. Das Kölner Familienunternehmen hat über 400 Mitarbeiter und agiert von seinen sechs Niederlassungen aus in allen deutschen Großstädten. Das Projektentwicklungsvolumen lag Ende September 2020 bei 7,7 Milliarden Euro.

„Im ersten Lockdown hatten wir vor allem mit verspäteten Materiallieferungen zu kämpfen. So kam zum Beispiel kein Marmor aus Italien“, berichtet Pickhardt. Im zweiten Lockdown produzieren zwar die Fabriken, es kommt eher zu kleineren Ausfällen und Verzögerungen bei Handwerkern, die man bislang gut kompensieren konnte. „Viele von ihnen kommen aus dem Ausland und haben Probleme, die Grenze zu überschreiten. Andere können nicht arbeiten, weil sie sich infiziert haben.“

Seit dem Ausbruch von Corona im Frühjahr 2020 gibt es bei Bauwens einen Krisenstab, der mitunter täglich tagt. Während sich die einen um die Beschäftigten in der Verwaltung kümmern, organisieren die anderen das reibungslose Miteinander auf den Baustellen. „Sicherheit und Schutz stehen dabei immer im Vordergrund“, erklärt Pickhardt.

So wurden die Containeranlagen für Externe geschlossen, Dixi-Toiletten abgeschafft, stattdessen Sanitär- und Hygienecontainer mit fließendem Wasser und Desinfektionsmöglichkeiten angeschafft, die auch den Nachunternehmern zur Verfügung stehen. Fremdkontakte auf den Baustellen sollen durch feste Teams minimiert werden. „Je nach Lage wurde auch unsere Kantine geschlossen, beziehungsweise das gemeinsame Mittagessen eingeschränkt.“

Zwei Mitarbeiter wurden geschult, damit sie Antigen-Schnelltests durchführen können. Mit der Berufsgenossenschaft wurde ein Konzept für Massentests per Drive-In in der Kölner Tiefgarage entwickelt. Gebraucht wurde es bisher nicht.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gibt es auch bei Bauwens den ein oder anderen positiven Fall. In Frankfurt gab es einen Nachunternehmer im Bereich Rohbau, der sich infiziert hatte. „Der Rohbauunternehmer hat daraufhin alle Kontaktpersonen auf der Baustelle getestet und seine Mitarbeiter erst einmal in Quarantäne geschickt.“

„Der Einfluss auf Nachunternehmer ist begrenzt“, sagt Pickhardt. Trotzdem hält er das Risiko einer Ansteckung unter den Handwerkern für geringer als in anderen Bereichen. „Die Handwerker arbeiten in festen Gemeinschaften ohne Durchmischung. Dazu finden viele Arbeiten ohnehin im Freien statt, wo die Ansteckungsgefahr niedriger ist.“

Dieser Artikel stammt aus der immobilienmanager Ausgabe 3-2021 (Autorin: Ines Rákóczy).

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26.03.2021