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Bauprojekt Eispalast: Finanzierungsberatung für die Eiskönigin Elsa

Elsa, Königin von Arendelle, hat im Disney-Spektakel "Die Eiskönigin" gezeigt, wie attraktiv ein eigener Eispalast für junge Adelige sein kann. Aber wie kann so ein extravagantes Bauprojekt finanziert werden? Ein ungewöhnlicher Finanzierungs-Check.

Prinzessin Elsas Eispalast - wie klappt's mit der Finanzierung? (Bild: Disney DPNR sites by Matt Stroshane photographer)
Prinzessin Elsas Eispalast - wie klappt's mit der Finanzierung? (Bild: Disney DPNR sites by Matt Stroshane photographer)

Ein etwas anderes Bauprojekt: der Eispalast aus Disneys Rekord-Film "Die Eiskönigin". Dr. Nico Peters von der Finanzierungsplattform Compeon erklärt, wie ein solch spezielles Bauprojekt finanziert werden könnte.

Elsa ist jung, hat magische Kräfte in Bezug auf Eis und Schnee und regiert seit kurzem ihre Heimat Arendelle – ein Land, irgendwo in Skandinavien. Zeitweise verlegt sie ihren Wohnsitz in ihren selbst gestalteten Eispalast – ein höchst dramatischer architektonischer Zuckerguss am Hang des Nordbergs. Aber wie hat Elsa es geschafft, dieses Bauwunder zu bezahlen? Die Antwort liegt vermutlich in einer klugen Finanzierung.

Kühler Wirtschaftsstandort Arendelle

Auf den ersten Blick fällt auf, dass die wirtschaftliche Lage von Arendelle nicht üppig ist. So fußt die arendellsche Wirtschaft vor allem auf Dienstleistungen, Agrarunternehmen und der Fischerei – alles Wirtschaftszweige, die durch den von Elsa ausgelösten Wintereinbruch schnell ins Wanken geraten. Positiv ist die logistische Anbindung an einen Fjord, die Handel und Transport begünstigt, aber es gibt nur wenig verarbeitendes und produzierendes Gewerbe. Eine Gemengelage, die das Rating bei einer Finanzierungsprüfung belasten dürfte.

Das Bauprojekt selber ist auch eine Herausforderung. Zwar ist das Baumaterial leicht zu finden und in der Anschaffung günstig – Wasser – und die Lage am Hang ist erstklassig. Außerdem ist kein (privater) Besitzer des Grundstücks auszumachen, wodurch Elsa die öffentliche Nutzung durch Bebauung möglich wird. Doch wirken sich die gigantischen Ausmaße des Eispalasts mit seiner baulichen Komplexität negativ auf die Finanzierungswahrscheinlichkeit aus. Auch fehlt es an der nötigen Infrastruktur: Zumindest die Wasserversorgung und das Abwassermanagement müssten durch umfangreiche Baumaßnahmen garantiert werden.

Bedarf an Fremdkapital: Schätzungsweise 2,9 Millionen Euro

Ein entsprechendes Bauprojekt würde schätzungsweise umgerechnet etwa 3,2 Millionen Euro kosten – wenn man berücksichtigt, dass Elsa mit Ihren magischen Kräften tatkräftig am Bau beteiligt ist. Mit der Annahme, dass Elsa ein Eigenkapital von 300.000 Euro mitbringt und dank ihrer Stellung als Monarchin Posten wie die Grunderwerbssteuer und Notarkosten wegfallen, bleibt eine zu finanzierende Summe von 2,9 Millionen Euro – selbst für gut gefüllte Schatzkammern kein Pappenstiel.

Werden alle Faktoren einbezogen, könnte eine sinnvolle Finanzierung für Elsa so aussehen: Elsa vergleicht die Angebote möglichst vieler Finanzierer und findet eine Partnerbank, die Fremdkapital in Höhe von 2,5 Millionen Euro mit einer Laufzeit von 20 Jahren zur Verfügung stellt. Die Finanzierungslücke von 400.000 Euro kann durch die Bereitstellung von Zusatzsicherheiten – beispielsweise andere Besitztümer des Königreichs, die als Kapitalersatz dienen – gefüllt werden.

Am Ende gilt: Elsa hat ihren Traum vom Eispalast vermutlich mit einem bodenständigen Finanzierungsmix Wirklichkeit werden lassen – denn alles andere wäre ja auch unrealistisch.

Der Autor: Dr. Nico Peters ist Geschäftsführer von Compeon, Full-Service-Dienstleister für Mittelstandfinanzierung.

20.12.2019