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#Alternative_Daten

Standortpotenziale werden bislang auf Grundlage bestehender Daten identifiziert - dabei kann durch die Digitalisierung und Echtzeit-Daten viel präziser gearbeitet werden. Ein Gastbeitrag von Gabriel Khodzitski.

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Wo liegt der Fehler im Daten-Puzzle? (Bild: Piro4d/Pixabay)

Man stelle sich die Stadt als dreidimensionales Puzzle vor: mit Gebäuden und Grünflächen, Verkehr, Menschen und Tieren, Cafés, Restaurants, Geschäften und der Möglichkeit, viele Daten zu erheben. Will man wissen, wie es einem Quartier geht, misst man klassischerweise die Frequenzen, gleicht Preisangebote aus Immobilienportalen ab, wertet Zuzugs- und Einkommensverhältnisse aus. Das Ergebnis: Als Bewerter und Berater erhält man eine solide Datenanalyse eines Quartiers, auf Grundlage dessen Investoren und Finanzierer Entscheidungen für zukünftige Projekte treffen. Sehen Sie den Fehler?

So genau und korrekt die gesammelten Daten auch sein mögen, sie spiegeln das städtische Puzzle im Ist-Zustand und können nicht mehr liefern als eine Momentaufnahme. Bereits zum Zeitpunkt der Investitionsentscheidung kann die Analyse veraltet sein, erst recht ist sie dies, wenn das Projekt fertiggestellt wird. Für mich ist daher klar: Wir benötigen Daten, die nicht die jetzige Situation wiedergeben, sondern die zukünftige Entwicklung mit möglichst geringer Abweichung erkennen lassen.

Dafür muss man heute nicht mehr in die Glaskugel blicken: Das Internet hat sich wie ein digitales zweites Netz über unsere Welt gelegt – mit eigenen Daten und Trends, anhand derer sich Standortentwicklungen immer genauer bestimmen lassen. Manche dieser Analysen dienen dabei der digitalen Weiterentwicklung klassischer Parameter: So greift man heute statt auf öffentliche Visualisierungen von Quartieren auf Satellitenbilder zurück, die Google und andere Anbieter inzwischen monatlich aktualisieren. Auch muss man nicht nach bestimmten Geschäften vor Ort Ausschau halten, sondern gibt auf den Internetseiten die gewünschten Postleitzahlen ein. Das Verhältnis zwischen Discounter und Biosupermarkt in einem bestimmten Stadtteil sagt viel über die Standortlage aus.

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Gabriel Khodzitski (Bild: Prea Group)

Ein Beitrag von Gabriel Khodzitski, CEO der Prea Group.

05.05.2021