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Wie Sprach-Software die Immobilienverwaltung verändert

Sprachsteuerung und Chatbots können in der Immobilienwirtschaft „the next big thing“ sein. Apples Siri und Amazons Alexa sind erst der Anfang. Die Technik kann auch die tägliche Arbeit von Verwaltern verändern.

Sprachgesteuerte Software kann den Arbeitsalltag von Immobilienverwaltern verändern (Foto: iconimage/Fotolia.de)
Sprachgesteuerte Software kann den Arbeitsalltag von Immobilienverwaltern verändern (Foto: iconimage/Fotolia.de)

„Computer: Wo ist Captain Kirk?“ Wer kennt ihn nicht, den sprechenden Bordcomputer des Raumschiffs Enterprise, der auf alles eine Antwort weiß? Seit der ersten Ausstrahlung der Serie in den 1960er Jahren beflügelte die Vorstellung einer sprachgesteuerten Software Ingenieure und Programmierer.

Die Vision von damals hat zur Entwicklung von Apples Siri, Microsofts Cortana und dem am weitesten fortgeschrittenen System Amazon Alexa geführt. Die Kommunikation erfolgt bei Alexa mit Hilfe eines netzwerkfähigen Lautsprechers, der über Mikrofone verfügt. Der Nutzer bedient das Gerät per Sprache und kann so gewünschte Musik abspielen, Fragen beantworten, Wetterinformationen erhalten oder Nachrichten abrufen. Zusätzlich kann man Lichtschalter, Lampen, Thermostate und viele weitere Geräte per Sprachbefehl steuern. In den USA, wo das System seit einem Jahr getestet wird, ist es sogar möglich, den Kontostand abrufen zu lassen und Bestellungen bei Domino’s Pizza aufzugeben.

Das Potenzial von Sprachsteuerung und ERP-Software
Die Technologie hat aber nicht nur für private Anwendungen Potenzial. ERP-Software, die mit einem solchen Sprachsystem arbeitet, kann den Verwalteralltag sehr erleichtern. Damit entfällt ein Großteil der täglichen Suche nach Dokumenten, Daten und Terminen. Ständiges Springen zwischen Programmen ist nicht mehr nötig.

Fragen, die während eines Kundentelefonats aufkommen, können in Sekundenschnelle beantwortet werden, ohne, dass der Sachbearbeiter erst mühsam suchen muss: „Wann kommt der Handwerker in die Agnesstraße? Haben alle Eigentümer die Sonderumlage bezahlt? Welcher Handwerker hat die Heizung in der Friedrichstraße repariert? Habe ich morgen Termine? Wann läuft die Gewährleistung für die Tiefgaragensanierung in der Schubertstraße ab?“

Jede Frage wird sofort beantwortet, wenn die gewünschte Information im System hinterlegt ist. Das gleiche gilt für Fragen, die während der Bearbeitung eines Vorgangs auftauchen. Der Nutzer muss nicht erst in den Verzeichnissen nach Antworten suchen. Er kann suchen lassen während er weiterarbeitet.

Sprachsteuerung spart viel Zeit
Erste Hersteller arbeiten zurzeit daran, die Funktionalitäten Sprachsteuerung und Spracheingabe zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Immobilienverwaltern in ihre Programme zu integrieren. Das Verwaltungsprogramm der nahen Zukunft wird mittels einer Kombination aus Sprach- und Texteingabe bedient.

Bereits während des Erfassens von Daten werden versteckte Aktionen ausgeführt, wenn der Nutzer zum Beispiel die Frage stellt: „Habe ich morgen Termine?“ Die Assistenzfunktion antwortet prompt: „Nein, Sie haben keine Termine.“ Auf diese Weise ist ein paralleles Arbeiten möglich, bei dem alle aufkommenden Fragen sofort beantwortet werden, ohne dass der Anwender seine aktuellen Arbeitsschritte unterbrechen muss.

Die Anwendungsmöglichkeiten einer solchen Technik  sind groß und werden auch das Leben von Fünf-Finger-Tippern sehr erleichtern: Eingaben können nämlich auch per Sprache erfolgen, zum Beispiel Briefe, Adressen oder Stammdaten. Die Funktionen Sprachsteuerung und Spracheingabe werden so in der täglichen Arbeit viel Zeit sparen, die anderswo gewinnbringender eingesetzt werden kann.

Autor: Matthias Sykosch ist Experte für Verwaltungs-Software und Gründer der Sykosch AG  , die Cloud-Computing-Lösungen für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft entwickelt.

20.12.2016