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Wie Unternehmen ihre Online-Strategie effektiv umsetzen

Wie man sich als Immobilienunternehmen eine klare Digital-Strategie verpasst und wie man sie umsetzt. Am Beispiel des Premium-Maklers Dahler & Company.

Henning Frank: „Wir können nicht zu allen Themen eigenes Know-how aufbauen
Henning Frank: „Wir können nicht zu allen Themen eigenes Know-how aufbauen" (Foto: Dahler & Company)

In der Immobilienwirtschaft ist sie DAS Dauerthema: die Digitalisierung. Dabei sind manche Unternehmen nicht nur im Reden und Denken weiter als andere, sondern auch in der Umsetzung: Während manche schon Chatbots testen, überlegen andere noch, ob sie ein Facebook-Profil benötigen. Die Range ist riesig – auch weil in der heterogenen Immobilienwirtschaft längst nicht für jeden sinnvoll ist, was technologisch möglich ist.

Wie verpasst man sich also als Immobilienunternehmen eine klar definierte Digital-Strategie und wie setzt man sie um? Darüber haben wir uns mit Henning Frank unterhalten. Er ist Geschäftsführer der Lizenzabteilung bei Dahler & Company und beim Premium-Makler für digitale Themen zuständig. Ein Feld, in dem er sich bestens auskennt, schließlich hat er eine „digitale Vergangenheit“ und war vorher Country Manager der DACH-Region für die Online-Ticketbörse Viagogo. 

Ein analoges Gesprächsprotokoll zu digitalen Themen.  

Das sagt Henning Frank über … 

…die Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft 
„Die Digitalisierung definiert jeder in der Branche für sich anders. Für die einen geht es darum, Prozesse zu automatisieren, für andere geht es um echte Disruption. Wieder andere denken bei Digitalisierung an Online-Marketing, was auch bei uns ein wichtiges Feld ist.“  

…die Digital Strategie von Dahler & Company 
„Es gibt keine auf Papier niedergeschriebene Digital-Strategie. Aber wir versuchen als Unternehmen digital immer auf der Höhe der Zeit zu sein. Deshalb beschäftigen wir zum Beispiel einen Mitarbeiter, dessen Aufgabe es ist, nach technologischen Innovationen Ausschau zu halten. Das können Themen sein, die uns die Arbeit erleichtern oder unseren Kunden einen Mehrwert bieten. Oder es sind Entwicklungen aus anderen Branchen, die wir adaptieren könnten. Viele Dinge mit denen wir uns beschäftigen werden letztlich nie eine Rolle spielen, aber die technologische Entwicklung geht so schnell, dass man als Unternehmen nicht den Anschluss und Überblick verlieren darf.“ 

…mögliche Kooperationen oder Partnerschaften 
„Zukunftsthemen wie Artificial Intelligence, Chatbots oder ähnliches sind hochkomplexe Themen, die entsprechendes Know-how erfordern. Sollten wir bei einem solchen Thema entscheiden „Ja, das macht für uns Sinn“, würden wir sicherlich Partnerschaften und Kooperationen prüfen.“ 

…die strategische Bedeutung im Unternehmen 
„Ich verantworte in meiner Position die digitalen Themen im Unternehmen. Damit sind sie auf Ebene der Geschäftsführung angesiedelt, was auch richtig und wichtig ist. Bei der Umsetzung tausche ich mich dann natürlich mit den Mitarbeitern auf den jeweiligen operativen Ebenen aus. 

…Mitarbeiterführung – und Kompetenzen  
„Natürlich hatten die Mitarbeiter von Dahler & Company weniger Berührungspunkte mit der digitalen Welt als das bei meinem vorherigen Arbeitgeber der Fall war. Schließlich ist Viagogo aber auch ein reines Online-Unternehmen. Für traditionelle Unternehmen wie uns geht es einfach darum, den Mitarbeitern zu zeigen, dass digitale Tools die Arbeit erleichtern und im besten Fall sogar die Gewinne steigern.“

 …den Aufbau von digitalem Know-how im Unternehmen 
„Wir können nicht zu allen Themen eigenes Know-how aufbauen. Das wäre auch gar nicht sinnvoll. Aber wenn es um Felder geht, die den Kern unserer Arbeit betreffen, dann halte ich eigenes Know-how für sehr wichtig. Zum Beispiel müssen wir nicht selber den Relaunch unserer Website machen, aber wir sollten unsere Adwords-Kampagnen inhouse steuern. Denn für uns als Makler sind sie sehr nah an unserer Kernarbeit, einen Käufer oder Verkäufer zu finden.

Autor: Markus Gerharz

24.03.2017