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Hotels in ungewöhnlichen Immobilien: Übernachten mal anders

Für den nächsten Firmenevent unter Tage gehen oder bei der Geschäftsreise im ehemaligen Gefängnis übernachten. Sieben ungewöhnliche Hotels von Bankiers-Luxus bis Iglo-Style.

Aus dem Schnee mit freier Sicht auf den nörlichen Sternenhimmel (Foto: im Igloo Village Kakslauttanen)
Aus dem Schnee mit freier Sicht auf den nörlichen Sternenhimmel (Foto: im Igloo Village Kakslauttanen)

Hotel Het Arresthuis in Roermond
Roermond ist eigentlich bei Deutschen für sein Outlet Center bekannt und beliebt. Wen es einmal für mehr als den schnellen Einkauf in die niederländische Stadt zieht, der sollte eine Übernachtung im Hotel „Het Arresthuis“ in Betracht ziehen. 1863 errichtet, bis 2007 als Gefängnis genutzt und nach zweijähriger Umbauzeit im April 2011 als Hotel eröffnet: In den 105 ehemaligen Gefängniszellen sind mittlerweile 36 Luxuszimmer und sieben Suiten untergebracht. Vier Sterne hat das Hotel, das mit vielen kleinen Details keinen Hehl aus seiner Historie macht.

So zum Beispiel Verpackungen der Kosmetikprodukte, die mit Abbildungen der originalen Graffitis von den Zellenwänden versehen sind oder die schwarz-weiß gestreiften Schürzen der Servicekräfte.

Bunker-Hotels in Stuttgart und München
Das Hotel war sicherlich nichts für breite Besucherschichten – schließlich gab es keine Fenster. Kein Wunder, denn das Hotel am Stuttgarter Markplatz lag unter der Erde und war ein Bunker. Am Ende war es wohl etwas zu spartanisch und speziell, so dass es bereits 1985 für immer geschlossen wurde. 2.000 Quadratmeter ist der Bunker groß, der 1940 zum Schutz für 3.000 Menschen gebaut wurde. Nach dem Krieg pachtete eine Familie das Bauwerk und machte aus ihm das erste Bunkerhotel Deutschlands mit neunzig Gästezimmern. Luxus suchte man hier bis zum Schluss vergeblich, dennoch konnte des Hotel berühmte Gäste wie Filmstar Hans Albers beherbergen.

Ein Bunker-Hotel der anderen Art hat Ende 2014 in München eröffnet. Im Stadtteil Allach hat Unternehmer Jochen Schweizer einen historischen Hochbunker umbauen lassen und Platz für 16 exklusive und individuell gestaltete Studios und Suiten geschaffen..

Eishotel in Norwegen und Iglo-Hotel in Finnland
Wer wenig empfindlich gegen Kälte ist, der sollte einmal ins norwegische Alta reisen. Dort könnte er dann im Sorrisniva Igloo Hotel übernachten, das mit geschnitzten Eis-Skulpturen aufwarten kann. Das Eishotel verfügt zudem über eine Eis-Kapelle zum Heiraten und eigens angefertigten Rentierfelldecken und Schlafsäcken, die bis zu minus 30° Celsius warm halten sollen – das hat übrigens noch niemand aus dem Redaktionsteam ausprobiert. Kann ja noch kommen, schließlich sind die Motor- oder Hundeschlitten-Touren sicherlich einen Abstecher wert.

Bleiben wir im Norden: Im finnischen Dörfchen Saariselkä können Besucher im Igloo Village Kakslauttanen übernachten. Die unterirdischen Schnee-Iglus verfügen über Thermo-Glas-Decken, sodass Gäste einen direkten Ausblick auf den Sternenhimmel genießen können. Die insgesamt 40 Iglus sind mit einigem Abstand zueinander gebaut, so dass Privatsphäre garantiert ist. Auch hier sorgen Husky- und Rentier-Safaris für die passende Abrundung eines Besuchs.

Hotel Banke in Paris
Noch einen Stern mehr hat das Hotel Banke im Pariser Opernviertel unweit des Boulevard Haussman. Entworfen wurde das Gebäude von den Architekten Paul Friesé und Cassien Bernard und auch Gustave Eiffel hatte seine Finger im Spiel. Er verantwortete die zentrale Treppe des Baus. 2009 wurde aus dem früheren Sitz der Banque Suisse Française ein Grand Hotel mit spektakulärer Empfangshalle inklusive 19 Meter hoher Glaskuppel. 91 luxuriöse Zimmer und Suiten, Fitnessraum, Dampfbad sowie Tagungsräume und Veranstaltungsbereiche gibt es im Hotel Banke. Unser Redakteur Markus Gerharz hatte bereits das Vergnügen im Hotel abzusteigen und war nicht nur vom Gebäude, sondern auch vom Restaurant begeistert - absolut einen Bankbesuch wert.

Alte Mine in Australien
Das Desert Cave Hotel liegt in in der Opalstadt Cooper Pedy, im Outback von Australien. Das Untergrund-Hotel ist teilweise in den Höhlen einer alten Mine gebaut und kann seinen Gästen deshalb durchgehend kühle Klimatisierung bieten. Auch auf einen Spa-Bereich und einen Swimmingpool muss man „Unter Tage“ nicht verzichten. Und wer Lust hat, kann vom Hotels aus Führungen in die ehemalige Opalminen unternehmen.

Zum Abschluss noch ein besonderer Ausreisser, bei dem es sich streng genommen nicht um eine Immobilie oder ein Bauwerk handelt. Das Hotel Jumbo Stay in Stockholm ist eine ehemalige Boeing 747, in der man auf dem Flughafen Arlanda übernachten kann. Der alte Jumbo-Jet ist heute Hotel, Hostel und Café in Einem und bietet Platz für 26 Zimmer und 76 Betten. Highligt: Die Suite im umgebauten Cockpit und die Sonnenterrasse auf den Tragflächen des Flugzeugs.

Autor: Markus Gerharz

03.04.2017