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Digitalisierung: Nutzer sind weiter als Eigentümer

Digitalisierung ist das große Thema in der Immobilienbranche. Dr. Thomas Herr, Head of Digital Innovation EMEA bei CBRE, im Interview über eine neue Studie und die Frage, wie digital die Unternehmen bereits heute sind.

Wenn es aktuell in der Immobilienwirtschaft ein Thema gibt, an dem niemand vorbei kommt, dann ist es die Digitalisierung : egal, an welcher Stelle man die Wertschöpfungskette betrachtet, egal in welcher Assetklasse man unterwegs ist. „Dort, wo es um das Massengeschäft geht, um Asset und Property Services, ist die Immobilienwirtschaft bereits ziemlich digital", findet Dr. Thomas Herr, Head of Digital Innovation EMEA bei CBRE Preuss Valteq.

Immobilieneigentümer können nicht liefern
Allerdings sagt er auch, wo es hakt: "Wir haben in der Branche ein großes Problem, dass wir die Daten, die wir haben, nicht nutzen können, weil uns noch die passenden Instrumente fehlen." Um herauszufinden, wie weit die Immobilienunternehmen in Sachen Digitalisierung aktuell sind und wie groß ihr Wille zur Veränderung ist, hat CBRE eine Studie in Auftrag gegeben (siehe Kasten).

Herr beobachtet derzeit, dass die Anforderungen der Nutzer deutlich höher sind als die der Investoren und Eigentümer. "Nutzer verlangen mehr von uns, als wir derzeit liefern." Dabei gehe es etwa um Raumnutzungen, optimierte Betriebskosten, Nutzerzufriedenheit oder Nutzung von Daten.

Lernen könne die Branche in Sachen Digitalisierung von der Finanzbranche oder auch der Industrie. Außerdem sei der Austausch mit Wissenschaftlern wichtig und man müsse bei Themen wie Künstlicher Intelligenz, Virtual Reality oder Blockchain am Ball bleiben.

Technologie treibt Transparenz
Und dann spricht Thomas Herr einen der größten Hemmschuhe der Branche an: die mäßige Transparenz. „Keiner möchte sich öffnen, wenn es etwa um Transparenz von Marktpreisen und Deals geht." Noch immer würden viele Marktteilnehmer sich durch Intransparenz Gewinne erhoffen. Sonderlich interessiert an Transparenz seien diese Unternehmen natürlich nicht, weiß Herr. „Aber die Macht der Technologie wird uns zu höherer Transparenz zwingen", ist er sich sicher.

Autor: Markus Gerharz

13.03.2017