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Darauf sollten Sie bei Xing & Co achten

Vorsicht Falle: Datenklau und Aufbau falscher Identitäten sind reale Gefahren in den Business-Netzwerken. So können Sie sich dagegen schützen.

Viele Immobilienprofis nutzen Xing und LinkedIn – ohne sich bewusst zu machen, welche Gefahren in den Business-Netzwerken lauern (Foto: JMG/pixelio.de)
Viele Immobilienprofis nutzen Xing und LinkedIn – ohne sich bewusst zu machen, welche Gefahren in den Business-Netzwerken lauern (Foto: JMG/pixelio.de)

Heute wird niemand so „ungeschickt“ sein und in Xing & Co kompromittierende Fotos posten. Was aber oft unterschätzt wird: Datenklau und Aufbau falscher Identitäten. Das Abgreifen von Daten geschieht relativ geräuschlos. Ziel ist es, an die Daten des angefragten Nutzers und vor allem seiner Kontakte zu kommen. Die E-Mail-Adresse oder Mobilfunknummer eines CEOs  kann im Adressmarkt recht gute Preise erzielen.

Der Aufbau falscher Identitäten ist dagegen schon sichtbarer. Ein gekonnter Hochstapler schafft es, ein Profil so geschickt aufzubauen, dass es am Ende hunderte von Kontakten und Empfehlungen aufweist.

Diese fünf Fragen sollte man klären:
1. Wieso nutze ich Social Business Medien?
2. Kann jede Person mir Nachrichten senden?
3. Nehme ich Kontaktanfragen von Personen an, die ich nicht kenne?
4. Zeige ich meinen Kontakten an, mit wem ich konkret verlinkt bin?
5. Zeige ich mein Profil öffentlich an?

Beispiel: Adressklau bei Xing
Zwei Beispiele aus der Praxis: Mich schreibt ein junger Mann in Xing an, der sich in seinem Profil als „President und CEO“ vorstellt. Seine Kontaktanfrage ist kurz, schmeichelhaft und massenversandfähig auf jeden x-beliebigen Adressaten anwendbar. Hier geht es um das Sammeln von Adressen. Der „President“, der zudem als „Internet Success Coach“ und wohl auch als Fitnesstrainer arbeitet, hat es mittlerweile auf 928 Kontakte gebracht. Haben diese Kontakte ihre Kontakte wiederum sichtbar gestellt, potenziert sich das schnell auf zigtausend Adressen – frei Haus.

Beim zweiten Beispiel geht es um den Aufbau falscher Identitäten. Mich erreicht in Linkedin eine Einladung zur Kontaktverknüpfung durch einen distinguiert klingenden Absender. Eine kurze Suche in Google ergibt allerdings schnell Einträge wie „impostor, charlatan, swindler“ oder „Internet scam artist“. Erstaunlich, wie viele Menschen der Immobilienbranche diesen Herren als Kontakt haben. Für die eigene Reputation dürfte das wenig förderlich sein.

Tipps zum Umgang mit Xing und LinkedIn
In erster Linie sollte man sich darauf konzentrieren, wieso man die Social Business Medien nutzt. Wer beispielsweise Kontakt- oder Zugangsempfehlungen benötigt, wird die Sichtbarkeit der eigenen Kontakte nicht ganz auf Null setzen können. Soziale Netzwerke können bei der Karriere helfen – oder auch das eigene Image schädigen. Wer eher im Stillen agiert, schränkt die Sichtbarkeit des eigenen Profils etwas ein. Ein echter Netzwerker wiederum wird die Qualität seiner Kontakte immer höher halten wollen, als die Quantität.

Autor: Wilhelm Brandt ist Gründer der Agentur Markenguthaben in Frankfurt am Main.

27.03.2017