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Neues Leben in Europas Bahnhofsvierteln

SPONSORED CONTENT - Bahnhofsviertel litten lange unter ihrem Schmuddel-Image. Doch mittlerweile ziehen sie in ganz Europa als modernisierte, gemischt genutzte Stadtviertel wieder anspruchsvolle Büronutzer an.

Das Projekt Grand Central Saint-Lazare wurde von The Carlyle Group entwickelt (Bild: Union Investment Real Estate GmbH)
Der Bahnhof Saint-Lazare in Paris ist ein Beispiel für die neuen Stadtquartiere in Europas Bahnhofsvierteln. Im Zentrum der französischen Hauptstadt hat Union Investment das Projekt "Grand Central" vom Projektenwickler The Carlyle Group erworben (Foto: Union Investment)

In Wien passiert es. In Paris ebenfalls. Und in Berlin ist es in vollem Gange. In etlichen Metropolen Europas verwandeln sich ehemals als No-go-Areas verschriehene Bahnhofsviertel in glänzende urbane Stadtquartiere. Neu errichtete oder sanierte Hauptbahnhöfe bilden dabei den Mittelpunkt gemischt genutzter Viertel, die insbesondere von anspruchsvollen Büronutzern geschätzt werden. 

„Renaissance der Bahnhöfe“
Von solchen Chancen war jahrzehntelang nichts zu spüren gewesen. Ganz im Gegenteil: Das Umfeld der großen Bahnhöfe galt als Ort, um den man besser einen großen Bogen machte. „Nicht wenige Bahnhofsviertel sanken zu Rotlicht- und Rauschgiftbezirken ab“, schrieb Heinz Dürr, der damalige Chef der Deutschen Bahn, schon 1996 in der Begleitpublikation zu einer Ausstellung mit dem programmatischen Titel „Renaissance der Bahnhöfe“. Zudem, so Dürr weiter, wurden nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche Bahnhofsgebäude „entweder rücksichtslos abgerissen oder in gesichtslose Zweckbauten umgewandelt“.

Dabei waren die Bahnhöfe im 19. Jahrhundert ursprünglich als wahre Prachtsbauten konzipiert worden, die auch auf das Umfeld ausstrahlten. „Man wird sich heute kaum vorstellen können, dass in den Gründerjahren Bahnhöfe Ia-Lagen erzeugten“, hält der renommierte Architekt Meinhard von Gerkan fest. „In ihrem direkten Umfeld und in ihrer Nähe lagen die nobelsten Hotels, die feinsten Geschäfte, befanden sich die repräsentativsten Büros und die feudalsten Wohnungen.“ Die Kaiserstraße beispielsweise, die in Frankfurt am Main den Bahnhof mit der Innenstadt verbindet, war im 19. Jahrhundert eine der repräsentativsten Adressen der Bankenmetropole – um dann gegen Ende des 20. Jahrhunderts zum sozialen Brennpunkt zu verkommen.

Chancen für die Immobilienwirtschaft
Doch in Zürich oder Berlin, in London oder Rotterdam, in Lyon und in vielen anderen Städten hat längst die Rückverwandlung eingesetzt. Die Bahnhöfe und ihr Umfeld gewinnen so auch für die Immobilienwirtschaft an Bedeutung. „Die Haltung gegenüber Verkehrsimmobilien hat sich grundlegend verändert“, stellt Günter Vornholz fest, Professor für Immobilienökonomie an der EBZ Business School in Bochum. „Immer mehr Marktteilnehmer erkennen die Chancen, die darin liegen, rund um die Verkehrsfunktion weitere Nutzungen anzusiedeln.“

Und die neue Attraktivität der Bahnhöfe strahlt wie früher in bestehende Viertel aus. Die Immobilienberatungsgesellschaft Knight Frank hat diese Wirkung in Bezug auf Bahnhöfe entlang der neuen Bahnlinie Crossrail in London untersucht und dabei festgestellt, dass die Wohnungspreise im Umfeld der neuen Bahnhöfe zwischen 2008 und 2014 um bis zu 38 Prozent stärker gestiegen sind als in vergleichbaren Lagen.

Autor: Christian Hunziker



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06.03.2017